[Rezensionsexemplar] Children of Blood and Bone: Goldener Zorn

Vielen Dank an Fischer FJB für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Infos zum Buch

von Tomi Adeyemi
Erschienen 27. Juni 2018
Hardcover 624 Seiten
Verlag Fischer FJB
ISBN 978-3-841-44029-7

Inhalt

Sie töteten meine Mutter.Sie raubten uns die Magie.Sie zwangen uns in den Staub.Jetzt erheben wir uns.Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt …
Bild- und Textquelle: Fischer FJB

Cover

Ich liebe es, das hier das Originalcover behalten wurde, denn es passt einfach perfekt zu der Geschichte. Es hätte meiner Meinung einfach nichts anderes gepasst. Noch dazu sticht es wirklich ins Auge. Es ist exotisch und wahrlich etwas besonderes!

Meine Meinung

Zélie hat so viel verloren: Ihre Mutter, ihre Magie und beinahe schon den Überlebenswillen. Ihr Volk wird von der Königsfamilie und ihren treuen Untertanen unterdrückt und als Sklaven gehalten. Die wenigen überlebenden Divîvné leben in der Unterdrückung. Dem möchte Zélie entkommen und endlich frei sein. Sie möchte ihre Magie wieder spüren. Vor allem ist Zélie aber wütend! Getrieben von dem Hass auf die Mörder ihrer Mutter ist sie bereit alles zu tun, um ihr Volk zu befreien. Einzig ihr Bruder und ihr Vater sind ihr wichtig, aber für sie gleichzeitig auch noch mehr Grund, sich gegen das System zu erheben un für die Magie zu Kämpfen.

Gemeinsam mit Zélie und auch Tzain geht es nun gleichzeitig auf eine Flucht und eine Jagd. Sie flüchten vor dem Kronprinz, jagen gleichzeitig aber ihrem eigenen Ziel hinter her. Entschlossener denn je, hat sihc Zélie in den Kopf gesetzt, die Magie zurück zu bringen.

Zu Beginn dachte ich, es würde schwer werden, mit einem so wütenden und aggressiven Charakter wie Zélie warm zu werden, doch ich habe mich getäuscht. Ihre Wut ist selbstverständlich nachvollziehbar und obwohl es zu Beginn so scheint, als würde sie sich darüber definieren, zeigt sie dem Leser recht schnell weitere Charakterzüge für die man sie nur bewundern kann. Da ist zum einen die absolute Hingabe für ihre Sache, ihr Ziel. Dem in nichts nach steht der Wunsch, ihren Bruder und ihren Vater vor dem unerbittlichen Regime zu schützen. Sie würde durchs Feuer gehen, um die beiden zu retten. Das beweist sie mehr als nur einmal.

Das Gleiche gilt an dieser Stelle auch für Tzian. Er begleitet seine Schwester natürlich um sie zu beschützen. Nicht weil er glaubt, sie wäre allein zu schwach, sondern weil er sie unterstützen möchte. Auch ihn belastet der Verlust seiner Mutter noch schwer. Zélie ist für ihn, das wichtigste. Sie allein zu lassen oder nicht für sie zu kämpfen ist ihm unmöglich.

Persönlich konnte ich mich am meisten mit Amari identifizieren. Sie ist die Prinzessin des Reiches und sollte eigentlich nicht in den Kampf der sich zwischen den Maji und ihrem Vater auf tut hinein geraten. Getrieben von dem unbändigbaren Hass ihres Vaters gegen die Maji verlässt Amari das Königshaus. Sie schleicht sich nachts davon um etwas gegen die Schreckensherrschaft ihres Vaters zu tun. Ähnlich wie Zélie wird sie getrieben von Rache. Doch hinzu kommt noch die unbändige Verzweiflung tatenlos zusehen zu müssen. Das möchte Amari ändern und ist bereit beinahe alles dafür zu geben.

Der Jäger dieser kleinen Truppe ist niemand anderes als der Kronprinz. Seine Überzeugungen ist es, das alle Maji von Grund auf Böse sind und vernichtet werden müssen. Er sieht es als seine Verpflichtung, Zélie und ihren Bruder aufzuhalten. Inan hat mich mit seiner Vielschichtigkeit tatsächlich überrascht und ich bin jetzt schon gespannt, im zweiten Band mehr über ihn zu erfahren.

Alles in allem haben die Figuren mich wirklich überzeugen können und vor allem beschäftigt. Ich habe nach dem ersten Lesen lange über die Geschichte nachdenken müssen. Sie spiegelt unsere Gesellschaft im Moment erschreckend gut wieder. Zélies Volk wird als dunkelhäutig beschrieben, sie betreiben magische Rituale, lieben ihre Magie und glauben fest daran, während Amari und Inan, ohne all die Magie aufgewachsen sind. Das Afrikanische Setting dieser Geschichte gibt ihr einfach so viel mehr. Nicht nur Dramatik und Tiefe, sondern gerade die Rituale und die Magie wirken dadurch noch so viel realer und mystischer. Die Parallelen die gerade im Setting zu unserer heutigen Welt gezogen wurden, finde ich gleichermaßen traurig, wie genial. Der Autorin ist es erschreckend fantastisch gelungen unsere Welt in ihrer Fantasiewelt wieder zuspiegeln.

Der Plot meine Freund. Was für eine Geschichte. Wow! Ich wurde regelrecht weggeblasen von dieser gigantischen und weitreichenden Geschichte. Ich konnte förmlich spüren wie durchdacht das ganze war, konnte das Buch am Ende nicht mehr aus der Handlegen und musste es beinahe an einem Stück verschlingen, was bei über 600 Seiten doch recht beachtlich ist.
Obwohl ich den Einstieg beim ersten Versuch nicht ganz so einfach fand, konnte ich es wenigen Tage später einfach nicht mehr weglegen. Ich MUSSTE wissen was mit Zélie, Tzian, Amari und Inan passiert. Gleichermaßen ahbe ich mein Herz die Figuren verschenkt und mich in die Tiefen der Welt ziehen lassen.

„Ich habe immer Angst!“
Ich weiß nicht, was mich mehr entsetzt. Die Kraft in meiner Stimme oder meine Worte.“
Angst.
– S. 366, Children of Blood and Bone von Tomi Adeyemi

Ein weiterer zentraler Punkt, den man vielleicht nicht aus den Augen lassen sollten ist die Gewalt in dem Buch. Diese wurde realistischer und glaubwürdiger beschrieben, als ich es   mir hätte vorstellen können. Bewusst hat die Autorin diesen Weg auch gewählt, um damit nicht nur eine weitere Brücke in unsere Welt schlagen zu können, sondern auch den Leser mit der Nase auf all das zu stoßen, was in dieser Welt falsch läuft. Es zeigt, wie weit die Divîné bereit sind für ihre Freiheit zu gehen und wie weit sie bereits in die Ecke gedrängt wurden.

Magie.
Das Wort klingt noch dreckiger als Made. Wieder umklammere ich die angelaufene Spielfigur.
– S. 132, Children of Blood and Bone von Tomi Adeyemi

Der Schreibstil der Autorin hat mir unglaublich gut gefallen. Ich kann an dieser Stelle natürlich nur das sagen, was ich durch die Übersetzung mitbekommen habe, das hat mir allerdings sehr gut gefallen. Er ist relativ einfach und locker. Die Figuren haben durchaus eine charakteristische Sprache und man kann sie zunehmens am Stil unterscheiden. Der Perspektivenwechsel bringt noch einmal viele verschiedene Seiten in den Plot mit ein, reichert die Geschichte noch ein bisschen besser an und sorgt dafür, dass man als Leser die Charaktere besser verstehen kann. So lernt man tatsächlich viele Hintergründe, die anders verborgen geblieben wären, oder umständlicher hätten eingefügt werden müssen.

Wie ihr also heraushören könnt, war ich absolut begeistert von dieser Geschichte. Es ist natürlich für Leser immer schwierig sich ohne übermäßige Erwartungen an ein Buch heranzuwagen, das so gehypt wird. Im englischsprachigen Raum ist es nun auch schon ein paar Monate in aller Munde. Dort bin ich bereits darauf Aufmerksam geworden und wollte es mir unbedingt kaufen.
Die Autorin hat tatsächlich meine Erwartungen übertroffen. Ihre Geschichte ist abwechslungsreich, ihre Figuren sind nachvollziehbar und liebenswert, ihr Schreibstil hat mich einfach nur begeistert und ich liebe das Setting. Eine Geschichte, in der es so keine weißen/hellhäutigen Figuren gibt, habe ich bisher nur sehr selten gelesen. Rassen und Hautfarben spielen hier trotzdem eine Rolle, allerdings geht sie doch recht sanft bei diesem Thema vor, gerade in Anbetracht von Zélias eher rabiater Persönlichkeit finde ich das umso bewundernswerter.

Gerade wenn ich schon noch einmal auf Zélias Persönlichkeit zu Spreche komme. Was für eine tolle weibliche Hauptfigur. Sie ist stark! Das kann man anders gar nicht mehr sagen. Sie kann für sich selbst sorgen und lässt sich niemals unterkriegen. Emotional und körperlich hat Zélia so einiges drauf! Ich könnte meinen eigenen kleinen Fanclub für sie eröffnen! Die Welt braucht mehr Frauen wie Zélia!

Wie ich es bis zum nächsten Band aushalten soll weiß ich noch nicht, es wird auf jeden Fall eine sehr harte Zeit. Ich hoffe sehr ihr seid nicht bereits übersättigt, was dieses Buch betrifft, sondern greift zu. Meiner Meinung nach absolut lesenswert und es hat das Potential zu einem meiner Jahreshighlights zu werden! Ich vergebe fünf volle Monster und möchte eine klare Leseempfehlung aussprechen!

Weitere Beiträge zu Children of Blood and Bone – Goldener Zorn findet ihr bei
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Marys Bücherwelten

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7 Gedanken zu “[Rezensionsexemplar] Children of Blood and Bone: Goldener Zorn

  1. Ahoi Valarauco,

    uih, was sehe ich da? Vielen Dank für die Verlinkung!!
    So unterschiedlich sind die Wahrnehmungen… mich konnte das Buch ja nun nicht vom Hocker reißen, aber wie schön, dass es dir so viel Freude bereiten konnte 🙂

    Sonnige Grüße, Mary ❤
    marys-buecherwelten.blogspot.com

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    • Liebe Mary,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde es immer wichtig, unterschiedliche Meinungen abzubilden. Ich kann absolut verstehen, warum dir das Buch nicht so gefallen hat. Das ist natürlich sehr Schade, aber eben auch völlig okay und du hast es sehr nachvollziehbar dargelegt! Das hat mir echt gefallen.
      Liebe Grüße,
      Marion

      Gefällt mir

  2. Pingback: 10 Gründe Children of Blood and Bone zu lesen – Sarah Ricchizzi

  3. Pingback: Rezension: Tomi Adeyemi – Children of Blood and Bone: Goldener Zorn – Trallafittibooks

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