[Rezensionsexemplar] Der Sommer der blauen Nächte

Infos zum Buch

von Stefanie Gregg
Erschienen 18. Mai 2018
Ebook 304 Seiten
Verlag Aufbau Verlag
ISBN 978-3-746-63411-1

 

Inhalt

Eine Geschichte so hoffnungsvoll wie das Leben.

Bilder in den Farben des Südens – das ist alles, was Jule nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter Marie von ihr bleibt. Das und eine ganze Reihe Fragen. Und so beschließt Jule an die Orte zu reisen, an denen ihre Mutter so oft alleine gemalt hat, um dort nach dem Leben zu suchen, das Marie offensichtlich nicht mit ihrer Familie teilen wollte. Dann taucht überraschend Jules Freund Ben auf, und ihr wird klar: Man muss die Vergangenheit loslassen können, um das Leben neu zu beginnen.
Bild- und Textquelle: Aufbau Verlag

Cover

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es passt einfach perfekt zur Geschichte und mich hat es absolut angesprochen. Ich mag diese ruhig-verspielten Cover, die sowohl mit kräftigen, aber auch weichen Farben überzeugen.

Meine Meinung

Als Jules Mutter so plötzlich stirbt, scheint es auch ihr den Boden unter den Füßen weg zu ziehen. Während ihr Bruder sich in sein geregeltes Familienleben zurück ziehen kann, bleibt Jule selbst nicht viel. Außer dem Verlangen ihrer Mutter und einer Sehnsucht, diese Frau noch besser kennen zu lernen. Darüber hinaus wird es auch für Jule ein Weg der Befreiung aus ihrem alten und einschränkenden Leben.

Für mich hat der Klapptext ein eindeutiges Buch gezeigt, mit einem Ende, auf das ich mich durchaus gefreut habe. Leider hat die Autorin mich auf halber Strecke verloren, denn so sympathisch ich Jule zu Beginn der Geschichte fand, desto anstrengender erschien sie mir im Verlauf des Buches. In manchen Punkten ihres Lebens ist sie sich völlig sicher, was sie möchte und was sie verlangen kann, während sie in anderen Breichen völlig ahnungs- und hilflos zu sein scheint. Natürlich habe ich nicht die perfekte Sommerlektüre erwartet, dahingehend hat mich der Klapptext nicht in eine falsche Richtung geleitet, doch so richtig befriedigen konnte er meinen Wunsch nach einer Geschichte mit genug Tiefgang nicht wirklich. Jule versucht verzweifelt das Leben ihrer Mutter zu verstehen. In gewisser Weise kann ich das sogar noch nachvollziehen, allerdings scheint sie doch maßlos von ihrer Mutter enttäuscht zu sein, obwohl diese Frau in meinen Augen alles gegeben hat, was sie ihrer Familie nur geben konnte. Jule hingegen erwartet von ihrer Mutter, die völlige Hingabe für ihre beiden Kinder und das sie ihre Persönlichkeit beinahe komplett verliert.

Da Jules Mutter aber schon gestorben ist, kann sie sich nicht einmal erklären oder ändern, wobei ich letzteres furchtbar fände. Meine anfängliche Sympathie zu Jule ist daher schnell im Sande verschwunden, ebenso wie die Geschichte, die zum Ende hin beinahe skurrile Züge bekommt und für mich absolut nicht mehr realistisch erschien. Ich fand es sehr schade und hatte mir wesentlich mehr erhofft.

Neben Jule erscheinen die anderen Figuren blass und unausgereift. Gerade auch ihre Begleitung auf dem Flug wurde beinahe schon als Witzfigur dargestellt. Die typische ausgetrocknete Bibliothekarin, die einen heißblütigen Italienier braucht um ein bisschen entspannen zu können. Solche Klischees finde ich nicht nur langweilig, sondern auch völlig ausgelutscht. Da hatte die Autorin sich ruhig mehr Mühe geben können und etwas mehr Arbeit in die beinahe lieblosen Nebencharaktere stecken können.

Obwohl mir der Grundgedanke des Buches immer noch gefällt, kann ich mit der Umsetzung so gar nichts anfangen. Es ist nicht einmal so, dass sie mich völlig enttäuscht oder wütend zurück lässt, eher fühle ich mich gleichgültig diesem Buch gegenüber. Die Sprache der Autorin empfand ich durchweg als angenehm, aber der Inhalt war für mich wenig ansprechend.

Von mir gibt es daher nur zwei von fünf möglichen Monstern.

Vielen Dank an Netgalley und den Aufbau Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplar.

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