[Rezension] The Gentleman’s Guide to Vice and Virtue

Infos zum Buch

von Mackenzi Lee
Erschienen 27. Juni 2017
Hardcover 513 Seiten
Verlag Katherine Tegen Books / Königskinder Verlag
ISBN 978-0-062-38280-1

Inhalt

Gab es je ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken! Irgendwie ist Monty immer in eine Tändelei verwickelt oder betrunken oder zur falschen Zeit am falschen Ort nackt (in Versailles! Am Hof des Königs!). Zwischen Paris und Marseille verlieren Monty, Percy und Felicity auch noch ihren Hofmeister, kämpfen gegen Wegelagerer und Piraten, gegeneinander (Monty und Felicity) oder gegen ihre Gefühle füreinander (Monty und Percy). Aber am Ende dieser abenteuerlichen Reise finden sie alle drei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst.
Bild- und Textquelle: Königskinder Verlag

Cover

Ich muss sagen, mir gefällt sowohl das Englische, als auch das Deutsche Cover sehr gut. Sie sind beide Grundverschieden, aber jedes ist auf seine Weise etwas besonderes. Das deutsche Cover ist etwas weniger auffällig, obwohl ich das Rot des Umschlages toll finde und ernsthaft am Überlegen bin, es mir auf Deutsch euch noch zu besorgen, aber ich glaube da kann ich mich gerade noch zurückhalten. Das englische Cover hatte mich direkt angesprochen und ich wusste, ich muss dieses Buch unbedingt haben.

Meine Meinung

An dieser Stelle muss ich ehrlicherweise hinzufügen, dass ich etwas erschrocken bin, als ich erfahren habe, dass das Deutsche Buch schon letztes Jahr erschienen ist! Warum hat mir das eigentlich niemand gesagt? Ich glaube das hätte mein erstes Königskinder-Buch werden können. Doch nun zur Geschichte!

Monty ist der Sohn eines Adeligen und soll dessen Erbe antreten, eigentlich. Monty hat da ein bisschen andere Pläne, oder besser gesagt: er lebt seine Jugend aus. Das alles mag ja nicht so schlimm klingen, auch wenn es durchaus ungewöhnlich und vielleicht etwas extrem ist, allerdings lebt Monty in einem andere Jahrhundert. Zu seiner Zeit sind die gesellschaftlichen Regeln so viel strenger und wichtiger. Nachdem seine Mutter einen weiteren Sohn geboren hat, kann Monty seinen Freifahrtsschein nun vergessen und muss sich wirklich anstrengen. Sein Vater gestattet ihm daher noch eine Reise auf den Kontinent, von der Monty erwachsen und bereit für die Verantwortung zurück kommen soll. Gemeinsam mit seiner kleinen Schwester Felicity und seinem besten Freund Percy macht Monty sich also auf den Weg. Über ihren Aufpasser, der von seinem Vater geschickt wird, ist er natürlich alles andere als begeistert.

Doch schon viel zu schnell gelingt es Monty, sich in ein unglaublich verstricktes und gefährliches Chaos stürzen zu lassen. Alles fängt damit an, dass er heimlich in einen besten Freund Percy verliebt ist und nicht ganz so heimlich sein Sexualität auslebt. Das macht es für ihn natürlich auch nicht leichter „unter dem Radar“ zu fliegen.

Während Monty die meiste Zeit durch sein charmantes Wesen besticht, ist er doch erschreckend oft alles andere als feinfühlig. Er hat mich wirklich öfter zum Lachen gebracht, als ich gedacht hätte. Während es ihm nur um Spaß und das Abenteuer geht, steht für Percy und Felicity sov iel mehr auf dem Spiel.

Seine Schwester soll auf ein Internat in Marseille gehen um dort zu lernen, wie sie einen Haushalt zu führen hat. Allerdings interessiert sie sich dafür nicht wirklich. Felicitys Leidenschaften liegen eher bei den Naturwissenschaften, Medizin und allgemein vielen Dingen, die sie nicht lernen darf. Sie ist merklich intelligenter als Monty und für sie ist es eine einzige Folter mit ihm gemeinsam durch Europa zu reisen.

Percy hat ebenfalls seine eigenen Gründe, warum er diese Reise antritt, darüber möchte ich allerdings an dieser Stelle nichts verraten, denn das würde der Geschichte sehr viel vorwegnehmen. Auf micht machte er den Eindruck, ein wirklich herzensguter Mensch zu sein, immerhin ist er mit Monty befreundet! Nein, Spaß bei Seite, Percy hat es durchaus auch fast dick hinter den Ohren, allerdings handelt er tatsächlich durchdachter und überlegter als Monty. Er lässt sich vielleicht nicht so schnell erwischen, hat aber mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, als sein bester Freund. Percy ist nämlich dunkelhäutig, was in der damaligen Zeit einem kleinen (bis großem) Skandal gleich kam.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich manche Teile der Geschichte etwas an den Haaren herbeigezogen fand, mich manchmal auch gefragt habe, ob das nicht alles doch etwas zu skurril ist, oder ob es an mir liegt. Während ich den Schreibstil der Autorin als sehr angenehm empfand und auch ziemlich schnell durch die Seiten geflogen bin, hatte ich mit den Figren stellenweise größere Probleme.
Allen voran Monty: Ich fand ihn super anstrengend und konnte nicht ganz nachvollziehen, warum er in dem Buch so beliebt war und wieso Percy überhaupt noch so mit ihm befreundet war. Hin und wieder kam mir Monty schon sehr naiv (?)  und ahnungslos vor, war durchaus nervig und anstrengend. Er hat seine Momente und entwickelt sich im Laufe der Geschichte durchaus ein bisschen, was ich schon fast wieder Lobenswert fand. Während mir manchmal weniger Monty gut gefallen hätte, würde ich gerne viel mehr über Felicity lese und freue mich schon sehr auf ihr eigenes Buch, was im Oktober erscheinen wird.

In ihrer Geschichte schneidet die Autorin viele Themen an, die heute sehr aktuell sind. Gerade was Rassismus betrifft, schwere und zum Teil unheilbare Krankheiten, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen, um nur ein paar der wichtigesten zu nennen. Letzteres ist gerade aber auch sehr Zeit bedingt. Viele der Themen wurden aber auch nur angeschnitten und haben sich dann im Laufe der Geschichte immer wieder verloren und wurden danns tellenweise etwas beliebig aufgegriffen. Da hätte ich mir etwas Beständigkeit seitens der Autorin gewünscht.

Alles in allem war es ein solide Geschichte,  sie konnte mich unterhalten und begeistern. Stellenweise hat mir einfach etwas gefehlt, aber ich kann sie euch nur von Herzen empfehlen, denn irgendwie wird Monty doch immer einen besonderen Platz dort haben. Von mir gibt es drei von fünf Monstern für eine abenteuerliche Geschichte.

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2 Gedanken zu “[Rezension] The Gentleman’s Guide to Vice and Virtue

  1. Hey,
    das mit dem Anreißen von Themen und sie dann nicht wirklich abschließen stört mich auch oft bei Büchern. Vor allem wenn es richtig gute Ideen sind, die die Geschichte gut voranbringen können. Das ist dann immer soo schade, aber hey! 3 von 5 Monstern sind ja immer noch gut und nicht jedes Buch muss ein absolutes Lesehighlight werden 😊
    Liebe Grüße,
    Janika

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