[Rezension] A Court of Frost and Starlight

Infos zum Buch

von Sarah J. Maas
Erschienen 1. Mai 2018
Ebook 272 Seiten
Verlag Bloomsbury
ISBN 978-1-681-19631-2

Inhalt

Feyre, Rhys, and their close-knit circle of friends are still busy rebuilding the Night Court and the vastly-changed world beyond. But Winter Solstice is finally near, and with it, a hard-earned reprieve. Yet even the festive atmosphere can’t keep the shadows of the past from looming. As Feyre navigates her first Winter Solstice as High Lady, she finds that those dearest to her have more wounds than she anticipated–scars that will have far-reaching impact on the future of their Court.
Bild- und Textquelle: Hot Key Books

Cover

Perfekt passend zu den anderen Büchern und die Farbauswahl gefällt mir auch sehr gut. Es hat tatsächlich etwas festliches und beinahe auch Weihnachtliches, finde zumindest ich. Ehrlicherweise kann ich auch gar nicht sagen, ob mir die britische oder die amerikanische Ausgabe besser gefällt. Sie sind einfach alle toll!

Meine Meinung

Gleich als aller erstes möchte ich euch hier eine kleine Spoiler-Warnung geben, solltet ihr den dritten Teil A Court of Wings and Ruin noch nicht gelesen haben, dann solltet ihr diese Rezension auch nicht lesen. Denn leider ist es beinahe unvermeidlich zu erzählen, wer den Kampf überlebt.

EDIT: Abgesehen davon, scheint sich das hier während dem Schreiben und noch einmal Umschreiben zu einem kleinen Rant zu entwickeln.

Ich konnte einfach nicht warten, bis meine Illumicarte ankam, die das Taschenbuch enthält. Natürlich habe ich mir das Ebook vorbestellt und bis Mitternacht tapfer gewartet, um sofort mit dem Lesen zu beginnen. Mir war bewusst, dass es sich um eine Novelle handelt und habe versucht dementsprechend meine Erwartungen etwas herunter zu schrauben.

Man folgt Feyre und ihren Freunden durch eine winterlichen Nacht-Hof. Sie bereiten ein großes Fest vor und müssen sich immer noch mit dem Nachwirkungen des Krieges herumschlagen. Die letzte Schlacht hat tiefe Wunden geschlagen und viel Leid in die Welt gebracht. Davon muss sich nicht nur Feyre erholen. Tatsächlich reist Rhys sogar noch durch die Welt, um dort eingies zu klären, so ganz genau erfährt man aber eigentlich nicht, was noch alles getan werden muss. An dieser Stelle fängt mein persönliches großes Aber an.

Ich habe sehnsüchtig auf diese Geschichte gewartet, ein ganzes Jahr lang. Ich hatte einen Timer auf meinem Handy, habe das Ebook vorbestellt, die Illumicrate-Edition dazu gekauft, gehofft dass es nicht auch noch in der FairyLoot drin ist und mich gemeinsam mit vielen einfach auf dieses Buch gefreut. Als es raus kam habe ich es direkt nachts gelesen und zu diesem Zeitpunkt war ich gefesselt in einem Zustand der Müdigkeit, aber auch Begeisterung für die Geschichte. Vermutlich hätte ich frei aus dem Stand weg fünf Monster für dieses Buch vergeben, einfach nur weil ich mich so gefreut habe, meine Lieblingscharaktere wieder zu treffen.

Je länger ich jetzt allerdings über dieses Buch nachdenke (tatsächlich überlege ich sogar schon, das Buch ein zweites Mal zu lesen, um es noch einmal etwas differenzierter betrachten zu können), desto mehr ärgert es mich und desto weniger gefällt es mir tatsächlich. Die Erwartungen waren hoch, dessen bin ich mir absolut bewusst. Ich hatte auch kein komplettes Buch erwartet, aber ein bisschen mehr, als Weihnachtsshopping wäre meiner Meinung nach schon drin gewesen. Den es passiert einfach nichts. Überhaupt nichts! Feyre geht mehr mals für ihre Freunde und liebsten Geschenke einkaufen, das gleiche erleben wir noch einmal mit Rhys und ich frage mich die ganze Zeit: „Passiert hier gleich noch was?“ Die Antwort lautet Nein! Die Geschichte hat einfach kaum Handlung, die Figuren sind völlig verwaschen und nicht das, was ich mir erhofft habe. Sie haben einen verdammten Krieg hinter sich! Obwohl ich weder Elaine noch Nesta besonders schätze, finde ich ihr Verhalten stellenweise noch am Nachvollziehbarsten. Was ich allerdings so überhaupt nicht Nachvollziehbar finde: Warum behandeln sie Feyre als wäre sie alles Übel der Welt? Und warum zur Hölle lässt diese das mit sich machen. Die beiden sollten ihr Dankbar für all die Mühen sein, natürlich verstehe ich, dass sie sich niemals so unendlich lieben werden, wie man sich das vielleicht wünscht, aber so finde ich das ehrlich gesagt ziemlich unmöglich.

Feyre ist mir allgemein ein Dorn im Auge in diesem Buch. Noch zwei Bücher vorher geht sie fast ein, während Tamlin sie in seinem Haus einsperrt und sie nur als seine Frau sieht, aber nicht mehr als eigenständig fühlenden und denkenden Menschen und jetzt ist sie es selbst, die sich als Heimchen hinter dem Herd verkauft und nur darauf wartet, das Rhys nach Hause kommt, um an irgendeinem Möbelstück Sex mit ihr zu haben. Puh! Das macht mich echt ein bisschen wütend. Die starke, selbstbewusste und vor allem fordernde Feyre ist einer Frau gewichen, die auf einmal völlig einverstanden damit ist, zurück gelassen zu werden und darauf zu warten, dass etwas passiert.  Sie malt, was ich irgendwie schön für sie finde, aber im Vergleich zu Band zwei wirkt es so unglaubwürdig. Wo ist ihr Tatendrang? Ihre Energie? Warum wird sie nur noch als Heilige dargestellt, glattgebügelt von allen Kanten, die sie vorher besessen hat.
Ähnlich ging es mir mit Amren! Was ist bitte passiert? Amren ist ein zahmes Sex-Kätzchen, das sich darüber beschwert, aufeinmal aufs Klo gehen zu müssen, wie alle anderen Menschen auch. Klar ist es irgendwie witzig, aber was ist aus der herrischen Amren geworden, die sich nichts hat gefallen lassen. An manchen Stellen hatte ich echt das Gefühl, als wäre die Figuren nur ein Schatten ihrer Selbst und als wäre die ganze Geschichte nur eine Happy-End-Fanfiction. Stellenweise scheint es nur Geldmacherei zu sein, aber das möchte ich der Autorin gar nicht unterstellen, nur hätte man einfach wissen müssen, wann man besser aufhört.

Allein die Tatsache, dass die Leseprobe für das nächste Buch, welches im nächsten Jahr erscheint, das Beste an dem ganzen Buch war, sagt eigentlich alles. Es tut mir in der Seele weh, das zu sagen, aber es ist leider so.

Ich habe wirklich Angst, das ich dieses Verlangen, welches ich im zweiten Band gespürt habe, nie wieder bei dieser Serie spüren werde. Damals habe ich mich so sehr nach dem Finalen Band gesehnt, ich dachte ich würde nie wieder etwas so gutes Lesen und die Reihe ist und bleibt auch eine meiner lieblingsreihen, trotzdem werde ich dieses Buch vermutlich niemals so sehen können und es macht mir Angst, dass es meine weiteren Gefühle für die Geschichte (auch der anderen Charaktere) überschatten wird. Azriel hat etwas Besseres verdient, Nesta, Cassian, Lucien und alle die anderen tollen Charaktere haben etwas wirklich grandioses und strahlendes verdient, kein weiteres Buch darüber, wie Rhys Feyre versucht an die Wäsche zu gehen und die beiden sich anschmachten.
Ich mochte Rhys, auch wenn ich den krassen Hype um ihn nie ganz verstehen konnte. Er ist mir einfach schon immer zu „Rund“ gewesen, seine vermeintlich dunkle Seite war zu übertrieben gespielt und seine Beschützerinstinkte sollte er wirklich therapieren lassen, aber darüber konnte ich hinweg sehen, doch dieses Mal war es einfach zu over the top. Auch die Szene mit Tamlin, ich dachte ich lese nicht richtig. Tamlin ist bei weitem kein Charakter, den ich verteidigen möchte, er hat wirklich ein paar sehr dumme Dinge getan und es nicht anders verdient. Allerdings bin ich der Meinung, dass Rhys darüber stehen sollte. Er hat gewonnen und hat absolut kein Recht, zu Tamlin zu gehen und ihn so vorzuführen. Mag sein, das dieser völlig zerstörte Mann der einzige Bösewicht ist, der im näheren Umkreis von hunderten Kilometer ist, aber das hat er nicht verdient und SJM hat das eigentlich auch nicht nötig. Ein bisschen Respekt für ihn hätte ich mir schon gewünscht. Für mich war das eine der schlechtesten und schlimmste Szenen des ganzen Buches.

Was ist nun mein abschließendes Fazit? Das Buch ist kitschig, zuckersüß und wer sich auf mehr romantische Momente mit Feyre und Rhys gefreut hat, wird auch vermutlich nicht großartig enttäuscht. Wer allerdings eine Brücke zu der neuen Trilogie erwartet hat, wird genau wie ich, nur das Zusatzkapitel richtig toll finden. Ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht, ob dieses Kapitel in der gedruckten Ausgabe auch enthalten ist. (?) Für meinen Geschmack war es zu viel Sex, zu viel Einkaufen, zu wenig (Frauen-)Power, zu wenig Azriel, zu viel Alkohol und betrunken sein, zu wenig Geschichte und Entwicklung (davon gab es ja nun wirklich kaum etwas, bis auf Nesta … vielleicht)

Insgesamt bin ich doch enttäuscht von der Novelle, denn ein bisschen mehr hätte ich tatsächlich erwartet und mir auch erhofft. Ihr mögt es kaum glauben, weil diese Rezension außergewöhnlich lang geworden ist, aber mir fehlen eigentlich die Worte um zu beschreiben, was ich von diesem Buch halte.

 

Weitere Meinungen findet ihr bei
Sarah Ricchizzi
Katesbookdate (Englisch)

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