[Rezensionsexemplar] Nur du und ich und über uns die Sterne

Infos zum Buch

von Nina Schiffer
Erschienen 05. März 2018
Ebook 256 Seiten
Verlag Forever
ISBN 978-3-958-18258-5

Inhalt

Es ist egal, was die anderen sagen: Mia muss auf ihr Herz hören.

Eigentlich liebt Mia ihren Freund Jonas. Nach einem Jahr ist das Bauchkribbeln zwar weg, aber das ist doch ganz normal, oder? Mia ist sich sicher, das kriegen sie wieder hin. Wenn nur die Neue nicht wäre, Luca, und ihre strahlend grünen Augen. Als Luca auf einer Party ein Mädchen küsst und dadurch die halbe Schule gegen sich aufbringt, muss Mia eine Entscheidung treffen: Soll alles so bleiben, wie es ist? Oder soll sie endlich zu ihrer Meinung stehen – und zu ihren Gefühlen …
Bild- und Textquelle: Forever by Ullstein

Cover

Das Gute an dem Cover ist, dass es eindeutig zeigt, was man zu erwarten hat. Trotzdem bin ich nach wie vor kein Fan von Menschen auf den Cover. Es wirkt hier fast etwas langweilig und farblos.

Meine Meinung

Mia ist nun schon ein Jahr mit Jonas zusammen und liebt ihn. Eigentlich. Denn uneigentlich ist sie auch irgendwie unglücklich in ihrer Beziehung, kann aber nicht genau sagen was ihr fehlt. Sie versucht es zwar, doch bei mir als Leserin kam das nicht nachvollziehbar an und auch Jonas scheint es nicht wirklich verstanden zu haben.

„Ja, Ich glaube, es belebt eine Beziehung, wenn man auch mal austeilt. Mit Worten natürlich, nicht mit Fäusten, versteht sich.“ Ich überlege, wie ich es ihm am besten erklären könnte. Ich möchte ihn nicht verletzten und ihm erst recht nicht das Gefühl geben, dass ich nicht laube, dass unsere Beziehung noch eine Chance hätte.
– 1. Kapitel

Entweder hat die Autorin sich hier etwas ungünstig ausgedrückt, oder wir haben einfach völlig unterschiedliche Ansichten von einer gesunden Beziehung. Dazu gehört nämlich nicht, dass man mal austeilt! Soetwas endet meistens nur darin, das man verletzend ist. Ehrlichkeit, das gehört in eine gesunde Beziehung offen seine Meinung sagen zu dürfen und auch mal unterschiedlicher Meinung sein zu können. Auch Streiten gehört dazu, aber man sollte nicht um des austeilens Willens auch austeilen.
Nur eine Seite weiter sagt ihr Jonas ins Gesicht, dass er ihren Badeanzug hässlich findet und es hasst, dass sie die Zahnpasta-Tube nie schließt. Tja, das hat man nun davon und wie ich bereits geahnt habe, es ist verletzend, denn genau das ist auch Mia, sie hat wohl nicht damit gerechnet, dass es auch an ihr Dinge gibt, die ihren Freund stören könnten.

Dies ist unter anderem auch ein Beispiel für viele endlos Dialoge, bei denen ich erschreckend oft und zunehmend schnell den Überblick verloren habe, wer jetzt eigentlich mit wem über was redet. Hinzu kommen noch die inneren Dialoge, die Mia führt und die meiner Meinung nach nicht wirklich relevant für die Geschichte sind.

Für Mia ändert sich erst alles, als Luca in ihre Klasse kommt. Mitten im Schuljahr eine neue Mitschülerin zu bekommen ist für alle aufregend, noch dazu kommt Luca aus einer größeren Stadt und scheint anders zu sein. Das bemerkt auch Mia, beim ersten Anblick, ohne jemals mit ihr gesprochen zu haben.

Und obwohl sie noch kein Wort gesagt hat, habe ich das Gefühl, dass wir Freunde werden könnten. Ich weiß nicht warum, aber ich würde sei gerne näher kennenlernen.
– 2. Kapitel

Allerdings traut sich Mia ohne ihre beste Freundin nicht das neue Mädchen anzusprechen. Während ich zunehmend von Seite zu Seite mehr an Mia verzweifelt bin, hatte ich doch noch Hoffnungen für die anderen Figuren, leider vergeblich. Während Jonas im Laufe der Geschichte immer der verständnisvolle perfekte Junge bleibt, gibt es natürlich die Zicke mit der tragischen Geschichte, die beste Freundin, die in allem und ohne wenn und aber unterstütz und eben Luca, das Love-Interest.

Ob ich das hier wirklich unter Insta-Love verbuchen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Es hat auf jeden Fall nicht lange gedauert, bis die beiden offensichtlich in einander verliebt waren und Mia auch ihre Eltern konfrontiert hat. An dieser Stelle war ich tatsächlich sehr zwiegespalten. Mia erwartet von ihren Eltern, dass sie ihr Coming Out sofort akzeptieren. Sie gibt ihnen keine Zeit sich erst einmal mit dem Gedanken anzufreunden. Stattdessen stellt sie Forderungen und benimmt sich meiner Meinung nach unmöglich.
Auf der Anderenseite weis ich selbst wie es einem geht, man erwartet tatsächlich, dass andere es gleich und sofort zu akzeptieren haben. Doch auch diese Menschen brauchen eine Chance darüber nachzudenken und das ist nichts verwerfliches.  Im Normalfall hatte man selbst ja oft Monate oder Jahre um sich darüber klar zu werden. Genau das ist aber hier auch wieder ein Kritikpunkt, für Mia gab es diesen Prozess nicht wirklich. Er wird zwar angedeutet, aber sie scheint sich nicht wirklich gedanken darüber zu machen.
Dann stellt sich hier die Frage, hat das etwas mit fortgeschrittener Aufklärung und Toleranz zu tun, oder schien es der Autorin einfach nicht wichtig genug, um es ins Buch zu bringen? Ich kann es ehrlich nicht sagen.

Alles in allem konnte mich das Buch leider nicht überzeugen. Es spricht durchaus wichtige Themen an und ich finde es auch toll, dass es um die Beziehung zwischen zwei Mädchen geht, aber es behandelt alle Themen einfach so oberflächlich und nichtssagend, dass ich mich nicht darüber freuen kann. Die Figuren sind flach und haben überhaupt keine eigenen Charakter. Für mich wirkt das Buch, als wäre man einmal mit dem Weichzeichner-Tool darüber und hätte alle Ecken und Kanten abgeschliffen.
Selbst die Homophobie wird irgendwie nicht weiter vertieft obwohl es da potenzial gibt. Stattdessen wird Luca vor der Klasse einmal laut ausgefragt, als der Lehrer nicht da ist und antwortet rotzfrech, danach scheint alles gut zu sein. Bei Mia gibt es nie Probleme, bzw. sie hat auch nie den Mut sich dem zu stellen. Für mich ist dieses Buch einfach nichts ganzes und nichts halbes.

Leider konnte mich auch der recht hölzerne Schreibstil der Autorin nicht überzeugen. Nach dem Lesen habe ich ein bisschen über sie recherchiert und mit 17 Jahren ist sie ja noch recht Jung. Vielleicht schadet ihr etwas mehr Erfahrung nicht, gerade auch im Bereich Charakterentwicklung. Ich war beinahe froh, dass die Geschichte zu Ende war. Sie bleibt leider auch nicht lange im Kopf und hat mich eher wütend und aufgebracht zurück gelassen. Für mich hat es leider einfach gar nicht funktioniert.
Um den Versuch zu würdigen gibt es von mir zwei Monster, denn obwohl ich Mia die ganze Zeit am liebsten geschüttelt hätte, finde ich einige Ideen der Autorin gut, nur noch nicht ganz durchdacht.

Vielen Dank an Forever und Netgalley für das Leseexemplar.

Advertisements

8 Gedanken zu “[Rezensionsexemplar] Nur du und ich und über uns die Sterne

  1. Liebe Marion,
    danke für diese ehrliche Rezension!
    Mir ist das Buch bisher nicht begegnet, ich werde es aber nicht lesen.
    Das Cover gefällt mir im Gegensatz zu dir aber ganz gut, gerade durch diese Farblosigkeit.

    Passt gerade null hier rein, aber ich habe eben dein Twitter Widget entdeckt – der rote Lippenstift sieht super aus und die Aktion finde ich toll!

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Nicci,

      du hast auch nicht viel verpasst. Ich vermute auch, dass dieses Buch nicht großartig irgendwo auftauchen wird. Mir ist es nur aufgrund der Thematik ins Auge gefallen, aber selbst da konnte ich nicht überzeugt werden.

      Hahahaha danke 😀 ❤ Ich fand die Aktion auch mega und musste mir heute gleich einen neuen Lippenstift kaufen 😀 der hält Bombe (hat gerade eine fettige 4-Käse-Pizza überlebt ❤ )

      Liebe Grüße,
      Marion 🙂

      Gefällt 1 Person

      • Glaube ich nach deiner Rezension allerdings auch nicht, zumal es ja scheinbar gar nicht bekannt ist.

        Ach, wie cool! Was ist es denn für einer?
        (nicht, dass ich mich auskennen würde, aber man kann ja mal fragen 😀 zur Sicherheit)

        Gefällt 1 Person

      • #redmylips 😀 unter der website redmylips.org findest du auch noch ein paar Infos dazu ^^ Es geht darum, ein Zeichen gegen Victim Blaming und Sexuelle Gewalt zu setzten. Roter Lippenstift ist da für viele Menschen ja immer noch ein Symbol für Frauen/Mädchen die quasi leicht zu haben sind und ähnliche Dinge, daher soll man vermehrt roten Lippenstift tragen um das zu „normalisieren“ Ich finde die idee super ^^ bzw. möchte das gerne unterstützen 🙂

        Gefällt 1 Person

      • Finde ich übrigens völlig beknackt, dass das über roten Lippenstift gesagt wird.
        Ach man ey, Menschen sind echt so beknackt und steif in ihrer Einstellung.

        Die Idee finde ich auch toll! Vielleicht sollte ich auch mal wieder häufiger Lippenstift tragen 🙂

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s