[Rezension] Love, Hate & Other Filters

Infos zum Buch

von Samira Ahmed
Erschienen 16. Januar 2018
Taschenbuch 255 Seiten
Verlag Hot Key Books
ISBN 978-3-736-30527-4
Preis 5,99 € (Ebook) / 6,99 € (Taschenbuch)

Inhalt

Maya Aziz is torn between futures: the one her parents expect for their good Indian daughter (i.e.; staying nearby in Chicago and being matched with a „suitable“ Muslim boy), and the one where she goes to film school in New York City–and maybe, just maybe, kisses a guy she’s only known from afar. There’s the also the fun stuff, like laughing with her best friend Violet, making on-the-spot documentaries, sneaking away for private swimming lessons at a secret pond in the woods. But her world is shattered when a suicide bomber strikes in the American heartland; by chance, he shares Maya’s last name. What happens to the one Muslim family in town when their community is suddenly consumed with hatred and fear?
Bild- und Textquelle: Hot Key Books

Cover

Mir gefällt das Cover recht gut, auch wenn ich es jetzt nicht besonders außergewöhnlich finde. Liegt aber nicht zu letzt daran, dass Pink einfach nicht meine Farbe ist. Inhalttechnisch passt es auf jeden Fall!

Meine Meinung

Dieses Buch habe ich schon seit einer ganzen Weile im Auge und habe sehr sehnsüchtig auf die Veröffentlichung gewartet. Das Thema Hate-Crime wird gerade in der heutigen Zeit immer wichtiger und auch für viele Menschen immer bedrohlicher. Dies muss auch Maya schmerzlich feststellen. Sie ist eine aus Indien stammende Muslima, die in Amerika geboren und aufgewachsen ist. Ihre Eltern hatten sich vor vielen Jahren für dieses Land entschieden und arbeiten dort beide als Ärzte.

Maya war in ihrer kleinen Heimatstadt immer etwas anders als die anderen, was nicht zuletzt mit der indischen Kultur einher geht, die ihre Eltern noch sehr gerne pflegen. Trotzdem fühlt sie sich einigermaßen wohl und ist dort auch zuhause. Für sie steht es gar nicht in Frage, sich als Amerikanerin zu bezeichnen. Als sich ein Selbstmordattentäter in der nächst größeren Stadt in die Luft jagdt, sieht Mayas Welt auf einmal ganz anders aus. Sie und ihre Eltern werden bedroht, weil sie den gleichen Nachnamen wie der Attentäter tragen, dabei stammte dieser aus einem ganz anderen Land und einer völlig anderen Kultur.

Maya muss sich diesen neuen Problemen und der Angst stellen, denn eigentlich wollte sie nach New York um dort an eine Filmhochschule um dort zu studieren. Dies kommt für ihre Eltern nun natürlich nicht mehr in Frage. Neben dem Hass, muss Maya allerdings auch mit alltäglichen Problemen umgehen. Da gibt es diesen Jungen, zu dem sie sich hingezogen fühlt und der sie auch irgenwie zu mögen scheint.

Bereits im Vorwort zu dem Buch erzählt die Autorin von einem Erlebnis, das sie als kleines Kind hatte. Damals ist ein Mann in einem Wagen an ihrem Auto vorbei gefahren und hat sie beschimpft und ihr zu gerufen, sie solle dahin zurück gehen, wo sie hergekommen wäre. Das dieses dort hin, aber die gleiche Stadt für sie ist, hatte dieser Mensch nicht einmal in seinen kühnsten Träumen bedacht.

Auch gerade vor dem Hintergrund der Gewalttaten und Anschlägen, die sich in den letzten Monaten und Jahren vermehrt ereignent haben, finde ich dieses Buch sehr spannend und wichtig. Diese völlig unbegründete Angst wächst und gedeiht scheinbar ungehindert in einem großteil der Bevölkerung. Radikalisierte Menschen gibt es überall, in jeder Kultur und Bevölkerungsschicht, das zeigt auch dieses Buch. Diese Angst, scheint vor niemandem wirklich halt zu machen. Damit möchte ich nicht sagen, dass jeder automatisch diese Angst empfindet, aber manchmal ist man selbst doch auch überrascht, was andere dazu denken. Es ist ein Thema über das man lang und breit diskutieren kann.

Mir persönlich gefällt gerade dieses Potential an dem Buch auch sehr gut. Es beschäftigt sich sehr lange mit Mayas normalen Alltagsproblemen und führt ganz langsam auf diesen großen Schockmoment hin. Dabei bekommt man ein gutes Gefühl für die Hauptfigur und ihr näheres Umfeld. Ich konnte mir gut vorstellen und auch nachempfinden, wie Maya in ihrer Welt gelebt hat.
Sehr gelungen finde ich auch, wie die Autorin die Gefühle von Maya nach dem Anschlag, beschreibt. Die eindringliche, aber ruhige Art und Weise hat mir sehr gut gefallen.

Allgemein kann ich sagen, dass ich den Schreibstil der Autorin als sehr angenehm empfand und auch das Englisch sehr leicht verständlich war. Die Seiten haben sich wahnsinnig schnell weggelesen und bis ich mich versehen hatte, war das Buch zu ende. Ich hätte gerne noch mehr gelesen, wäre manchmal gerne noch etwas tiefer in die Thematik eingestiegen, doch das hätte dem Buch vermutlich die Leichtigkeit genommen, die ihm trotz des ernsten Themas doch innewohnt. Für mich ist es ein absolut gelungenes Jugendbuch, das ich nur wärmstens Weiterempfehlen kann und bei dem ich hoffe, dass es sehr bald ins Deutsche übersetzt wird und auch hier eine breite Leserschaft findet, denn Hate-Crime ist einfach nicht zu unterschätzen und es sollten sich viel mehr Menschend amit beschäftigen.

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