[Rezension] Zusammen sind wir Helden

Infos zum Buch

von Jeff Zentner
Originaltitel The Serpent King
Erschienen 21. Dezember 2017
Hardcover 368 Seiten
Verlag Carlsen
ISBN 978-3-551-55685-1
Preis 12,99 € (Ebook) / 17,99 € (Hardcover)

Inhalt

Ohne seine Gitarre wäre Dills Leben wirklich trostlos: Sein Vater ist im Gefängnis, seine Mutter unglücklich, und nach der Schule soll er im örtlichen Supermarkt arbeiten, um die Schulden abzubezahlen. Aber Dill sehnt sich nach einem anderen Leben, irgendwo da draußen. Seine Träume teilt er mit seinen beiden besten Freunden: Lydia, selbstbewusst und mit dem festen Plan, als Modebloggerin nach New York zu gehen, und Travis, der halb in seiner geliebten Fantasy-Serie lebt. Zusammen, glauben sie, können sie alles schaffen …
Bild- und Textquelle: Carlsen

Cover

Mir gefällt sowohl das Originalcover, als auch das deutsche sehr gut, was nicht zu letzt daran liegt, dass sie sehr ähnlich sind.

Für mich transportieren sie herrlich diesen Weltschmerz, das Gefühl gefangen zu sein und sich sehnlichst Freiheit zu wünschen.

Meine Meinung

Auf die Empfehlung von Nicci von Trallafittibooks habe ich mir dieses Buch gekauft und es keine Sekunde bereuht. Die Geschichte von Dill, Lydia und Travis erzählt nicht nur von ihrem Leben in der  Kleinstadt, in der sie gefangen sind, sondern von Träumen, die sowohl klein, aber auch gigantisch groß sind.

Während Dill eine sehr religiöse Erziehung genossen hat, konnte Lydia völlig frei von diesen Zwängen aufwachsen, auch Travis wird in diesem Punkt nicht so sehr beeinflusst. Für ihn stellt es hingegen eine große Herausforderung dar, dass Zusammenleben mit seinem Vater zu meistern. Dieser trauert immer noch um Travis großen Bruder, der im Krieg gefallen ist. Lydia scheint auf den ersten Blick das sorgloseste Leben von allen zu haben. Ihre Eltern unterstützen sie in dem was sie tut, sie hat sich an ihrer Traumuniversität beworben und wird möglicherweise bald die Stadt verlassen.

Während Dill sich bereits jetzt von ihr zurückgelassen fühlt, kämpfen er und Travis darum, in ihrer kleinen Stadt ein Leben nach ihren eigenen Wünschen führen zu können. Ihre Träume sind limitierter und sie wissen beide, dass vieles davon niemals eintreten wird. Die Trostlosigkeit, von der sie umgeben sind, hat mich oft auch an meine eigene Heimat erinnert. Da ist es weit nicht so schlimm und man lebt doch viel entspannter, aber der Stellenwert von Religion und das Gefühl, dort nicht wirklich wegzukommen ist sehr ähnlich.

Dill leidet unteranderem sehr darunter, dass sein Vater im Gefängnis sitzt und seine Mutter alles daran tut, um ihr normales Leben weiterzuführen. Sie hat nur wenig Verständnis für Dill und sieht es als seine Pflicht an, bei der Familie zu bleiben um die Schulden seines Vaters abzuarbeiten.

In dem Buch geht es um so viel mehr, als diese Sorgen und Problemen der Jugendlichen. Dill verzweifelt daran, ob er nun verrückt wird oder diese Phase überwinden kann. Sie kämpfen mit dem Alltag, den Problemen die sich immer weiter anhäufen. Der Verzweiflung, die immer deutlicher hervortritt und vor allem Dill immer mehr mit eisernem Griff umklammert. Es hat mir in der Seele und im Herzen weh getan, zu lesen, wie sehr er leidet, wie hart er kämpfen muss.

Mich hat das Buch tatsächlich auch zum Weinen gebracht. Es gab einen Wendepunkt, den habe ich absolut nicht kommen sehen und er hat mich einfach nur zerstört. Bereits davor mochte ich das Buch sehr. Dem Autor ist es wirklich gelungen eine authentische und schmerzhafte Geschichte zu schreiben, die genau diesen Weltschmerz der Jugendlichen zeigt. Ich konnte all meine Verzweiflung von früher spüren, wenn ich einfach nur raus und weg wollte.

Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm und ergreifend. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, wollte das auch gar nicht und war so versunken, dass ich überhaupt nicht bemerkt habe, wie schnell die Zeit vergangen ist. Das Ganze geht sogar soweit, dass ich selbst jetzt noch darüber nachdenken muss und mir immer wieder Situationen aus dem Buch im Kopf herumschwirren. Es hat mich auch nachhaltig sehr beeindruckt.

Allerdings solltet ihr selbst vielleicht aufpassen. Wenn ihr bereits mit Depressionen oder ähnlichem zu kämpfen habt, kann dieses Buch schwere Kost sein, denn auch Dill hat so einiges an Balast und Tiefpunkten, die er mit sich herumschleppen muss. Seid daher vorsichtig und achtet auf euch selbst, gebt euch Zeit und Abstand zu diesem Buch, um nicht von den Gefühlen runtergezogen zu werden. Ich selbst hatte damit zu kämpfen. Auf der einenseite beweist das für mich nur umso mehr, wie gut der Autor die Gefühle seiner Protagonisten beschrieben hat.

Trotzdem gibt es von mir eine klare Leseempfehlung! Das Buch ist außergewöhnlich gut geschrieben und hat mich sehr begeistert und gerührt. Ich vergebe volle fünf Monster für dieses kleine Meisterwerk, was wirklich bekannter sein sollte.


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6 Gedanken zu “[Rezension] Zusammen sind wir Helden

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