Berühre mich. Nicht.

Infos zum Buch

– Luca & Sage #1
von Laura Kneidl
Erschienen 26. Oktober 2017
Taschenbuch 462 Seiten
Verlag LYX
ISBN 978-3-736-30527-4
Preis 9,66 € (Ebook) / 12,90 € (Hardcover)

Inhalt

Sie dachte, dass sie niemals lieben könnte. Doch dann traf sie ihn …

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt dies ihr Herz gefährlich schneller schlagen …
Bild- und Textquelle: LYX

Cover

Absolut positiv möchte ich an dieser Stelle hervorheben, dass keine Menschen oder Gesichter auf dem Cover zu sehen sind. Obwohl die Farbe nicht zu hundert Prozent meins ist, finde ich die Idee dahinter super und es gefällt mir auch gut. Definitiv ein Cover, das mich in der Buchhandlung schon öfter angesprungen hat.

Meine Meinung

Vor dem Lesen war ich mir sehr unsicher, ob die Geschichte nicht zu stark in die Klischees abrutschen würde, die Figuren zu platt wären oder es einfach nur eine Katastrophe wegen der Krankheit werden würde. Doch je mehr positive Meinungen ich über diese Geschichte gelesen habe, desto neugieriger wurde ich. Von Laura habe ich schon sehr viel gelesen und das meiste davon hat mir auch sehr gut gefallen.

Sage flieht vor ihrer Heimat. Ohne Geld und ohne einem Dach über den Kopf kommt sie in Nevada an und möchte nur noch von vorne beginnen. Einfach alles hinter sich lassen und hier ihr Leben führen, so wie sie sich es vorstellt. Ich denke ich greife nicht zu weit voraus, wenn ich euch hier verrate, dass Sage an einer Angststörung leidet, die sich eigentlich ausschließlich Männern gegenüber äußerst. Da ich selbst nicht betroffen bin, kann ich viele Dinge nur als außenstehende betrachten. Hinzu kommt, dass ich mich selbst eher wenig mit Psychologie auf diesem Gebiet befasst habe, denn Recherche ist hier einfach das A und O.

Sage lernt neue Leute kennen, freundet sich mit neuen Menschen an und beginnt wirklich damit sich ein Leben aufzubauen. Sie geht zur Therapie und versucht sich wirklich einzugliedern. Ich war wirklich begeistert von diesem Anfang und hätte gar nicht mit so etwas gerechnet. Gerade das auch dieser Punkt angesprochen wurden, auch mit den Kosten und dem Problem einen Termin zu bekommen, hat es für mich so gut werden lassen. Denn scheinbar kann in dieser Geschichte Liebe nicht alles heilen.
Allein das es in Betracht gezogen wurde, lässt mich immer noch in kleine Begeisterungsstürme ausbrechen. Die Umsetzung hingegen hat meine Begeisterung dann wieder etwas abflauen lassen. Vielleicht hätte die Autorin an dieser Stelle etwas besser recherchieren sollen, wenn sie diesen Punkt schon so genau darstellt.
Im Allgemeinen er ging es mir so, dass mir Sage die meiste Zeit irgendwie unsympatisch war. Ich fand sie verhältnismäßig anstrengend und konnte mich nicht so wirklich mit ihr anfreunden.

Luca wird ja irgendwie als das beste, was Sage passieren konnte, dargestellt. Sehe ich etwas anders, denn eigentlich hat mir seine Schwester fast schon besser gefallen. Trotzdem ist mir Luca wesentlich sympathischer als Sage, er ist nicht so anstrengend, lockerer und umgänglicher. Es fällt mir tatsächlich schwer, das in die richtigen Worte zu fassen, denn eigentlich möchte ich Luca nicht als den Über-Mann darstellen, denn das ist er mit Sicherheit nicht. Doch er scheint Sage gut zu tun, gewinnt ihr Vertrauen und sie freunden sich auch irgendwie an.

Ich bin sehr zwiegespalten. Die Geschichte hat definitiv genügend Ansätze um wirklich fantastisch zu werden. Trotzdem fehlt oft einfach der letzte Schritt um so weit zu kommen. Laura versucht auch Diversität rein zu bringen, aber auch das gelingt ihr nicht zu hundert Prozent (obwohl das für mich noch der spannenste Charakter war). Trotzdem scheint auch hier wieder das Thema Sexualität einfach eine gewaltige Rolle zu spielen. Gerade in diesem Fall äußerst sich die betroffene Person kein einziges Mal zu ihrer Sexualität (was ich voll okay finde), während alle anderen Charaktere immer wieder darüber Spekulieren (was ich hingegen total nervig fand). Da hat mich dann das menschliche der Figuren super gestört.

Auf der anderen Seite finde ich die Freundschaft zwischen April (der Schwester von Luca) und Sage sehr gerne. April ist ein unglaublich herzlicher Mensch. Wen sie einmal in ihr Herz geschlossen hat, lässt sie nie mehr raus und hilft wo sie nur kann. Solche Freundschaften sind mit Geld nicht aufzuwiegen und Sage weiß das auch zu schätzen. Mir gefällt es allgemein sehr gut, dass Freundschaft in diesem Buch eine wirklich große Rolle spielt. Luca und seine Beziehung zu Sage treten stellenweise in den Hintergrund und lassen es so zu, dass die Figuren zueinander echte Beziehung aufbauen und sich kennenlernen.

Eigentlich hatte ich nach dem Beenden des ersten Bandes gar kein so schlechtes Gefühl, wie es hier vielleicht rüber kommt. Nachdem ich allerdings den zweite Teil direkt danach gelesen habe, bin ich deutlich kritischer und habe auch viel mehr Punkte gefunden, die ich so vielleicht nicht angemerkt hätte. Obwohl ich Lauras Schrebstil immer noch mag und ich mir auch definitiv ihre nächsten Bücher kaufen und lesen werde, konnte sie mich mit diesem Buch nicht wirklich überzeugen. Ehrlich gesagt bin ich eigentlich fest davon überzeugt, dass sie diese Geschichte deutlich besser hätte schreiben können. Vielleicht wäre es auch von Vorteil gewesen, es als Einzelband stehen zu lassen, auch wenn Mehrteiler im Moment super beliebt sind.

Der erste Teil dieser Duologie konnte mich durchaus abholen und hat mich sehr neugierig auf den zweiten Teil gemacht. Ich war wirklich sehr froh, dass ich direkt weiter lesen konnte.
Wenn ihr Bücher in diese Richtung mögt, gebt diesem hier auch eine Chance, vielleicht kann es euch ja überzeugen.

 

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9 Gedanken zu “Berühre mich. Nicht.

  1. Liebe Marion,
    ich selbst bin ein großer Fan des ersten Bandes, auch wenn ich deine Meinung nachvollziehen kann, dass der zweite Band einen Schatten auf den ersten wirft. Einige Punkte, die dich gestört haben, kann ich gut nachvollziehen. Sage ist mir rückblickend auch durchweg unsympathisch, wobei ich im ersten Band noch versucht habe, ein gewisses Verständnis für sie zu entwickeln.
    Luca, April und Megan sind mir allesamt wirklich ans Herz gewachsen 🙂 Ich mochte die charakterliche Umsetzung sehr.

    Ja, ich denke ebenfalls, dass ein Einzelband deutlich besser gewesen wäre.

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    • Liebe Sarah,
      du bist vor allem Schuld, dass ich die Bücher überhaupt so schnell gelesen habe ^^
      Mir ist es super schwer gefallen einen Rezension zu schreiben, die nicht gleich den zweiten Band mit einschließt. Sonst wäre das vermutlich ein bisschen anders ausgefallen xD
      Es ist schon immer traurig (trotzdem irgendwie schön) wenn man die Nebenfiguren lieber mag, als die Protagonistin.

      Liebe Grüße,
      Marion

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  2. Liebe Marion,
    abgesehen von dem Ende bin ich auch der Überzeugung, dass der erste Band alleine hätte stehen können, ohne eine Fortsetzung.
    Gleichzeitig finde ich die Idee der Dilogie ganz cool, immerhin ist es dann keine Endlosreihe und man hätte im zweiten Band noch andere Aspekte beleuchten können. Leider ist das ja nicht wirklich der Fall gewesen.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  3. Hallo,
    Ich kann so nachvollziehen, dass es dich gefreut hat sofort weiterlesen zu können.
    Dabei musste ich nur ein paar Wochen warten. Ich war aber schon sehr froh, dass ich es nicht schon im Herbst gelesen hatte, so war die Zeit zwischen den Büchern nicht so lang 🙂
    Liebe Grüße
    Chrissi

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    • Liebe Chrissi,

      danke für deinen Kommentar 🙂
      Ich glaube ich wäre wahnsinnig geworden, wenn ich nicht so schnell hätte weiterlesen können. Das Ende war wirklich böse, aber auch gleichzeitig sehr fesselnd.

      Liebe Grüße,
      Marion

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  4. Liebe Marion,

    Ich mag deine Rezension furchtbar gern! Ausführlich, nachvollziehbar und ehrlich.
    Den ersten Band habe ich wirklich geliebt, aber hätte ich den zweiten Band gelesen, bevor ich die Rezension geschrieben hätte, so wäre meine Begeisterung wohl auch eher gedämpft gewesen 😀
    Dennoch denke ich, dass es schon mal ein Start in die „richtige“ Richtung war- zumindest für mich. Eine Geschichte, die stellenweise auch ohne Klischees auskommt.

    Liebste Grüße ❤ Jill

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    • Liebe Jill,

      vielen Dank, das freut mich sehr. Ich wusste am Anfang gar nicht was ich schreiben soll und hatte wirklich Probleme damit die Gefühle für den ersten Band außenvor zu lassen.
      Das mit der richtigen Richtung sehe ich genau so. Es war ein Anfang und gerade Lauras Schreibstil mochte ich eigentlich schon immer ^^ Ich denke sie kann das auf jeden Fall.

      Liebe Grüße,
      Marion ❤

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