The Hate U Give

Infos zum Buch

von Angie Thomas
Originaltitel The Hate U Give
Erschienen 3. April 2017
Hardcover 512 Seiten
Verlag cbt
ISBN 978-3-570-16482-2
Preis 13,99 € (Ebook) / 17,99 € (Hardcover)

Inhalt

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen…
Bild- und Textquelle: cbt

Cover
Das Cover passt perfekt zur Thematik und sieht auch sonst sehr schön aus. Gerade weil die Hauptfigur eigentlich gar kein Aufhebens um alles machen möchte, finde ich dieses schlichte, aber ausdrucksstarke Bild sehr gut gewählt.

Meine Meinung
Das Buch ging in der Bloggerszene ganz schön um her und beinahe jeder hat dazu eine Meinung, so natürlich auch ich. The Hate U Give weißt auf eine besondere Thematik hin, die einfach immer brandaktuell ist. Gerade in Amerika hat dieses Buch durchaus hohe Wellen geschlagen. Nun ist es vor wenigen Wochen auf Deutsch erschienen und ich finde, es verdient noch viel mehr Aufmerksamkeit. Ich selbst habe das Buch auf englisch gelesen. So wird auch der Slang der Figuren wesentlich deutlicher. Ich habe bei so etwas immer Angst, das es und er Übersetzung verloren geht, weil es einfach keine schöne Darstellungsweise im Deutschen gibt.

Starr musste zu sehen, wie ihr bester Freund Khalil vor ihren Augen erschossen wird. Die Ermittlungen der Polizei sind mehr als Fragwürdig und überall ist zu lesen, dass er ein Drogendealer ist. Genau wie Khalil ist auch Starr schwarz und sie weiß, hätte sie an diesem Abend auch nur eine falsche Bewegung gemacht, hätte der Polizist auch sie erschossen. Es kommt zu Unruhen in ihrer Nachbarschaft und Starr gerät in einen Strudel an Ereignissen, der ihr fürchterliche Angst macht. Denn da ist nicht nur die „schwarze“ Nachbarschaft, in der sie lebt, sondern auch die „weiße“ Privatschule, die sie besucht. Zwei Welten prallen auf einander und Starr treibt völlig haltlos dazwischen.

Mit erschreckend klaren Worten ist es der Autorin gelungen, dem Leser ein beängstigend eindrückliches Bild von der ganzen Situation darzustellen. Gerade der Schreibstil hat mich bei diesem Buch wirklich sehr positiv überrascht und auch zum Teil etwas verängstigt. Hier wird nichts geschildert, was irgendwann einmal passiert ist, sondern eine Situation, wie sie in Amerika im Moment viel zu häufig geschieht. Man kann die Angst, die Starr verspürt, beinahe am eigenen Leib fühlen. Der Autorin gelingt es ausgesprochen gut, diese Empfindungen zu transportieren und verständlich zu machen. Sie bietet einen Blick in eine Welt, die mir so unglaublich Fremd ist.

Starr steht unter großem Druck und versucht es allen, aber hauptsächlich Khalil, recht zu machen. Sie möchte ihm würdig sein. Doch hinter dieser Geschichte steckt noch so viel mehr. Der Rassismus ist mit beiden Händen greifbar und so deutlich spürbar, wie ich es selten erlebt habe. Es ist wirklich erschreckend, was in der Welt so vor sich geht und dieses Buch bietet einen verstörenden und ehrlichen Einblick, den man sonst selten erhält. Viele der allgemeinen Probleme wurden aufgegriffen und gut weiterverarbeitet. Die Darstellungen der Autorin erschienen mir immer realistisch und auch nachvollziehbar. Starr ist ein faszinierender Charakter, der viel durch machen muss, dass spürt man auch sehr deutlich. Trotzdem finde ich es schön und wichtig, auch zu zeigen, wie sich Beziehungen zwischen Menschen durch so ein furchtbares Geschehnis auch positiv verändern können.

Für die tolle und realistische Darstellung der Idee, vergebe ich fünf Monster und hoffe, dass dieses Buch noch von vielen Menschen gelesen und wertgeschätzt wird.

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4 Gedanken zu “The Hate U Give

  1. Ich habe „The Hate U Give“ auch schon vor ein paar Monaten auf Englisch gelesen und obwohl ich streckenweise mit dem Slang zu kämpfen hatte war ich auch begeistert.
    Traurig fand ich, daß die Geschichte einer gewissen „Rezeptur“ zu folgen schien, die man schon aus den Nachrichten kannte… – Wie das Opfer plötzlich zum Täter stilisiert wird und der Täter zum Opfer…
    Schlimm wie vorhersehbar alles geworden ist. 😦
    Ein wirklich wichtiges Buch!

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    • Danke für deinen tollen Kommentar. Ich habe das Buch auch auf Englisch gelesen, fand den Slang aber nicht so schlimm.
      Ich glaube es ist gerade sehr wichtig, dass die Geschichte besagter „Rezeptur“ gefolgt ist. Denn so finden viel mehr Menschen einen leichten Zugang zum Thema, das ja ansonst für uns recht abstrakt scheint.
      Liebe Grüße,
      Valarauco

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  2. Pingback: THE HATE U GIVE – Angie Thomas – Hunderttausend Bücher

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