A Game of Thrones

Infos zum Buch

A Song of Ice and Fire #1
von George R. R. Martin
Originaltitel A Game of Thrones
Erschienen 1996
Ebook 837 Seiten
Verlag Bantam
ISBN 978-0-553-57340-4
Preis 2,89 € (Ebook) / 6,99 € (Taschenbuch)

Inhalt

Long ago, in a time forgotten, a preternatural event threw the seasons out of balance. In a land where summers can last decades and winters a lifetime, trouble is brewing. The cold is returning, and in the frozen wastes to the north of Winterfell, sinister forces are massing beyond the kingdom’s protective Wall. To the south, the king’s powers are failing—his most trusted adviser dead under mysterious circumstances and his enemies emerging from the shadows of the throne. At the center of the conflict lie the Starks of Winterfell, a family as harsh and unyielding as the frozen land they were born to. Now Lord Eddard Stark is reluctantly summoned to serve as the king’s new Hand, an appointment that threatens to sunder not only his family but the kingdom itself

Sweeping from a harsh land of cold to a summertime kingdom of epicurean plenty, A Game of Thrones tells a tale of lords and ladies, soldiers and sorcerers, assassins and bastards, who come together in a time of grim omens. Here an enigmatic band of warriors bear swords of no human metal; a tribe of fierce wildlings carry men off into madness; a cruel young dragon prince barters his sister to win back his throne; a child is lost in the twilight between life and death; and a determined woman undertakes a treacherous journey to protect all she holds dear. Amid plots and counter-plots, tragedy and betrayal, victory and terror, allies and enemies, the fate of the Starks hangs perilously in the balance, as each side endeavors to win that deadliest of conflicts: the game of thrones.
Bild- und Textquelle: Random House

Meine Meinung
Es kommt nicht oft vor, dass ich mir Notizen mache, ehe ich eine Rezension schreibe, doch hier war es mir besonders wichtig. Ich bin mir absolut sicher, dass ich trotzdem einiges vergessen habe, aber lasst uns anfangen.

Bevor ich euch aufzähle, warum ich dieses Buch (eigentlich die ganze Reihe) auf den Tod nicht ausstehen kann, kommen hier die Dinge, die mir tatsächlich gefallen haben.

Tyrion Lannister
Er ist von Anfang ein richtiger Charakter, der tatsächlich etwas ausstrahlt und vor allem nicht komplett eindimensional ist. Ich muss gestehen, dass ich ihn ganz am Anfang sehr nervig fand. Da wusste ich aber noch nicht, dass die anderen Charaktere noch schlimmer werden. Während dem Lesen habe ich mich oft mit einem Freund über die Geschichte unterhalten und ihm ist es zu verdanken, dass ich den Zwerg mit anderen Augen sehe.
Tyrian trägt seine „Fehler und Makel“ als Rüstung. Ob man es nun glauben mag oder nicht, er kümmert sich – auf seine Weise. Ich finde es toll, wie er trotz allem Menschen, die es wirklich verdienen, auch mit Respekt behandelt. Er kennt seinen Stand und weiß, wie er sich in all den „Intrigen“ verhalten muss. Er ist klug und weiß, wie er in dieser Welt bestehen kann.

The Direwolves
Ich liebe Wölfe, je größer, desto besser. Die Idee mit den Wölfen für die Kinder fand ich toll, gerade die spätere Bedeutung und Entwicklung hat mir gut gefallen. Ich würde mir allerdings wünschen, dass gerade Nymeria’s Verschwinden noch einmal eine Rolle spielt und sie vielleicht zu Arya zurück findet, aber wer weiß …

Die Drachen
Bleiben wir bei den Tieren. Als Daenarys die Dracheneier zur Hochzeit geschenkt bekam, war glaube ich allen klar, dass diese schlüpfen würden. Ich selbst bin ein großer Drachenfan und finde das sind wahrlich faszinierende Geschöpfe. Auf deren weitere Entwicklung bin ich tatsächlich auch sehr gespannt.

Robb Stark
Ja, ich muss gestehen, dass ich eine Schwäche für Robb Stark entwickelt habe. Nicht zuletzt liegt das aber hauptsächlich an dem tollen Schauspieler, denn im Buch fand ich ihn nicht ganz so überzeugend. Nichtsdestotrotz finde ich, ist er ein toller Charakter, dem eine große Last auf die Schultern gelegt wurde. Er schlägt sich fabelhaft im Krieg. Sein einziger Fehler ist, dass er keine Politik machen kann.

Der Hund & Sansa
Obwohl sehr unrealistisch, habe ich die beiden relativ schnell geshippt. Ich fand sein Verhalten ihr gegenüber von Beginn an sehr ritterlich. Meiner Meinung nach ist der Hund auch einer der Charaktere, die am vielschichtigsten sind und bei denen es beinahe so wirkt, als hätte George R.R. Martin sie wirklich ausgearbeitet und durchdacht. Sansas größter Fan bin ich mit Sicherheit nicht, obwohl ich verstehen kann warum sie so handelt, wie sie es tut. Trotzdem hätte ich mir, vor allem in den folgenden Büchern, eine stärkere Entwicklung bei ihr gewünscht, aber sie ist oft nur ein Spielball.

Winter is comming
Die Grundidee der Reihe ist gar nicht so schlecht, sogar recht spannend, wenn ich ehrlich bin. Trotzdem hat es der Autor meiner Meinung nach geschafft, alles kaputt zu schreiben. Da Band eins sozusagen die Vorgeschichte war, kann ich ihm das fast noch verzeihen. Die Idee hätte auf jeden Fall wesentlich mehr Potential gehabt, das hier verschenkt wurde.


Kommen wir nun zu den Punkten, die mich absolut wahnsinnig gemacht haben und der Grund für meinen Hass sind. Es hat sich einiges an Frust angestaut und ich muss sagen, dass mir vieles erst wesentlich später klar geworden ist. Es tut mir leid, wenn ich jemandem mit meiner Meinung auf die Füße trete. Mich freut es, wenn euch die Geschichte gefallen hat, ich gönne es euch von Herzen, aber für mich war sie einfach überhaupt nichts.

Daenarys und Khal Drogo
Fangen wir gleich mit dem größten Thema an, das ich ansprechen möchte. Die völlig kranke „Beziehung“ von Drogo und Dany. Ich setzte hier bewusst das Wort Beziehung in Anführungszeichen, weil das für mich keine Beziehung ist. Mit dreizehn Jahren wird Dany von ihrem Bruder Viserys an Khal Drogo verkauft. Dieser erhofft sich nämlich, das ihm der Pferdelord eine Arme zur Verfügung stellt und mit ihm die sieben Königreiche erobert.
Allein die Tatsache, dass Dany erst dreizehn ist, macht die ganze Situation schon unglaublich krank. Khal Drogo ist nämlich nicht nur ein gutes Stück älter, er kommt auch aus einer ganz anderen Kultur. Dany spricht seine Sprache nicht, er die ihre nur ganz laienhaft. Bereits in der Hochzeitsnacht vergewaltigt er sie und das zieht sich über Wochen und Monate hin. George R. R. Martin schreibt irgendwann, dass sie nun nicht mehr nur vor Schmerzen schreien würde, was mich persönlich zum Kotzen gebracht hat. Nicht nur das nicht lange vorher noch steht, dass sie froh ist, er würde sie nur von hinten nehmen, weil er dann ihre Tränen nicht sähe und sie so ihren Kopf im Kissen vergraben und vor Schmerz schreien könne. Was zur Hölle läuft bitte bei diesem Autor schief? Sie ist dreizehn!
Als sie dann aber anfängt, sich gedanken darüber zu machen, wie sie ihm wirklich Lust bereiten kann, habe ich völlig den Glauben verloren. Dany „verliebt“ sich in Khal Drogo.

Nein, tut sie nich!

Das ist eine Form des Stockholm Syndroms, mehr nicht. Es ist krank! Ich finde es furchtbar, dass diese „Beziehung“ so romantisiert wird, wo sie alles andere als Romantisch ist. Es ist eine Missbrauchsbeziehung und mehr nicht. Da sollte nichts beschönigt und romantisiert werden! Meiner Meinung nach hat der Autor hier seinen eigenen Fantasien etwas zu sehr freien Lauf gelassen. Auch merkt man spätestens an dieser Stelle, dass dieses Buch eigentlich für Männer geschrieben wurde.

Viserys Targaryen
Was für mein Monster … Auf der anderen Seite denke ich mir, er hatte überhaupt keine Chance. Alles was er als kleiner Junge zu hören bekommen hat, waren vermutlich Geschichten über seine Vorfahren. Er hat diese so verinnerlicht und sehnt sich so sehr danach, in ihre Fußstapfen zu treten, das er darüber den Verstand verloren hat. Auch zwischen ihm und Dany wird bereits Inzenst angedeutet, nicht so krass wie bei Jamie und Cersei, aber es ist da.
Er spielt sich auf, als den großen König, dabei ist er nur ein völlig wahnsinniger Teenager, der einfach nur Hilfe bräuchte. Das ihm das Schicksal am Ende nicht so gut mitspielt, hat er definitiv verdient.

Jon Snow
Jon Snow ist ein typischer Gary Stu (Eine Figur, die mit höchst idealisierten Zügen und Charaktereigenschaften dargestellt wird) und Autorenliebling. Es ist von Anfang an so deutlich, das George R. R. Martin gerne wäre wie Jon und ihn deswegen zu so einem Charakter perfektioniert hat. Gerade im ersten Buch fand ich Jon einfach nur furchtbar und unerträglich. Ich kann hier schon sagen, dass es sich gebessert hat, aber die meiste Zeit finde ich ihn einfach nur sehr, sehr anstrengend. Ich hatte ständig das Gefühl, dass er sich für etwas Besseres hält und deshalb auch immer so getroffen ist, wenn ihm wieder jemand sagt, dass er nur ein Bastard ist. Auch seine Entwicklung geht gerad ein Buch 1 sehr schleichend voran und er trifft eine dumme Entscheidung nach der anderen. Besonders „amüsant“ finde ich auch seine Reaktion auf die Briefe aus Winterfell. Seine ganzen Schwüre scheinen dann immer nicht mehr wichtig, dabei wollte er doch nichts sehnlicher als and die Mauer (die ich immer Wand nennen will). Übrigens, ich habe auch nicht verstanden warum Benjen Stark nach Winterfell reitet, als der König dort zu besuch war? Heißt es nicht eigentlich man hat keine Familie mehr, wenn man das Schwarz wählt? Ich bin verwirrt und der Meinung, der Autor ist hier etwas unkonsequent.

Die Charaktere
Eigentlich bin ich jetzt mit dem wichtigesten über die Figuren durch. Insgesamt finde ich, dass die meisten Figuren sehr eindimensional wirken und einfach überhaupt keine Tiefe aufweisen. Männer definieren sich über ihr Geschlechtsteil und Frauen überhaupt nicht, denn sie sind in diesem Buch quasi nichts wert und haben keine Stimme. Ich finde es schade und ehrlich gesagt haben mich die meisten dieser unzähligen Charaktere einfach nur gelangweilt. Sie werden bis ins kleinste Detail beschrieben, aber sie konnten keine Reaktion bei mir hervorrufen, außer das ich mir dachte: Nicht noch ein Charakter. Ich finde auch nicht, dass die Figuren besonders gerissen oder Intrigant wären. Als Leserin konnte ich mich nicht wirklich mit einer von ihnen identifzieren und sie haben mich auch einfach irgendwann nicht mehr interessiert.

Der Schreibstil
Um Himmelswillen besorgt diesem Mann einen ordentlichen Lektor! Das ist ja kaum auszuhalten. Während dem Lesen habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wer das so durchgewunken hat. Wer zur Hölle hat das lektoriert und für gut befunden? Ich habe wirklich am gesunden Menschenverstand gezweifelt. Nicht nur Unmengen an völlig überflüssigen und sinnlosen Sätzen und Dialogen sind noch in diesem Buch, oft genug habe ich mich auch gefragt, warum das jetzt an dieser Stelle erwähnt werden muss. Zu Beginn dachte ich, es liegt vielleicht daran, dass ich es auf Englisch gelesen habe und mein Englisch zu diesem Zeitpunkt etwas eingerostet war, aber es wurde einfach nicht besser! Seine Satzstellung ist furchtbar. Sein Stil grauenhaft zu lesen und so stümperhaft stellenweise. Er bleibt nicht konsequent in seiner Erzählweise und erwähnt Dinge, die einfach nicht dort hingehören. Er wiederholt sich ständig und benutzt dabei komplett identische Sätze, die einfach immer und immer wieder im Buch stehen. An dieser Stelle hätte ich am liebsten selbst den Rotstift angesetzt. Das Buch könnte um mindestens dreihundert Seiten gekürzt werden!

Ich will nicht einmal behaupten, dass der Autor seinen Beruf verfehlt hat, aber an diesem Buch hätte man noch so viel Arbeiten müssen. Das hätte meiner Meinung nach niemals so veröffentlicht werden dürfen. Sein Stil ist sehr langatmig und hat mir das Lesen extrem schwer gemacht. Ich konnte mich in fünf Büchern nicht damit anfreunden.
Außerdem finde ich gerade die Dialoge klingen oft unglaublich gestelzt und überhaupt nicht so, wie Menschen tatsächlich miteinander reden und da kann niemand sagen das wären High Lords und High Ladys, denn auch die Reden nicht so!

Sonstiges
Warum dieses Buch Fantasy ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht, denn wirklich fantastische Elemente hat es kaum. Die Welt ist einfach vom England des Mittelalters abgekupfert (und das noch nicht einmal gut). Es gibt keine wirkliche Magie und wenn, dann wird sie einfach nie erkärt! Manchmal passieren Dinge, wie zum Beispiel Drogos „Heilung“, die ganz offensichtlich etwas mit Magie zu tun hat, aber es wird einfach nicht erklärt, wo doch sonst alles erklärt wird. Der Autor beschreibt Rüstungen bis ins kleinste Detail, aber das lässt er einfach unkommentiert. Ich konnte es nicht fassen. Als Leser muss ich nicht einfach etwas hinnehmen, ich kann durchaus erwarten, dass mir der Autor eine gute Begründung dafür liefert. Doch davon ist in diesem Buch überhaupt nichts zu finden.

Über den Sexismus und das übermäßige und unnötige erwähnen von sämtlichen Geschlechtsteilen will ich gar nicht viel sagen, außer das es mich absolut angewidert und genervt hat.
Auch zum Thema Rassismus möchte ich nur kurz erwähnen, dass ich es bedenklich und traurig fand, dass die Dothraki natürlich dunkelhäutige  Barbaren sind, die eigentlich keine eigene Kutlur haben. Dany als blonde, blasse Prinzessin sticht da noch viel mehr hervor. Während dem ganzen Lesen empfand ich diese Darstellung durchaus als rassistisch. Der Autor hat es sich an dieser Stelle einfach viel zu leicht gemacht und eine Stereotypen gewählt, den ich so nicht akzeptabel finde.
Als positiv sollte man hier vielleicht anmerken, dass auch die „weißen“ Völker in diesem Buch durchaus barbarisch sind, aber sich eben nicht nur darüber definieren. Ich finde es Schade, dass der Autor sich hier den leichtesten Weg gesucht.

Einerseits kann ich durchaus verstehen warum es Menschen gibt, denen diese Geschichte gefällt und wie oben schon erwähnt, freue ich mich wirklich für sie. Für mich hat diese ganze Reihe allerdings nicht funktioniert. Warum ich mir das angetan habe und jetzt auch noch die Serie gucke, weiß ich nicht unbedingt. Bei der Serie habe ich die Hoffnung, dass sie mir vielleicht doch etwas gefallen könnte zumindest.
Es ist kein Wunder, dass ich insgesamt vier Jahre an dieser Reihe gelesen habe. Allein für Buch eins habe ich beinahe ein Jahr gebraucht, weil ich es immer wieder weglegen musste. Es war einfach so furchtbar langweilig.
Naheliegenderweise gibt es von mir für dieses Buch nur ein Monster. Trotzdem kann ich euch an dieser Stelle versprechen, dass es zu allen Büchern eine Rezension gibt.

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4 Gedanken zu “A Game of Thrones

  1. Wow. Das schockiert mich jetzt schon sehr…aber eine wirklich gute Rezension, du machst da deinen Standpunkt sehr deutlich und überzeugend klar!
    Mich hat die Reihe nie wirklich interessiert, und jetzt will ich sie erst recht nicht mehr lesen haha. Auch die Serie schau ich nicht. Ist einfach nix für mich 😬

    Gefällt 1 Person

  2. Schade, dass Game of Thrones dir so gar nicht zusagt – für mich ist es tatsächlich ein Must-read wenn es um Fantasy geht. Hut ab, dass du dir dennoch die Arbeit gemacht hast, und eine so umfassende Rezension geschrieben hast. Meine eigene ist bei weitem nicht so detailreich obwohl mir das Buch sehr gut gefallen hat.

    Liebe Grüße,
    Smarty

    Gefällt mir

    • Liebe Smarty,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich bin froh, dass dir Game of Thrones gefällt.
      Zum Glück mögen ja nicht alle Menschen das gleiche 🙂 Mir war es bei diesem Buch besonders wichtig, sehr ausführlich zu erklären, warum es mir nicht gefallen hat, weil ich es mit dem Ansatz gelesen habe, verstehen zu wollen, warum Menschen es so mögen.

      Liebe Grüße,
      Valarauco

      Gefällt mir

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