Ich, Eleanor Oliphant

Infos zum Buch

von Gail Honeyman
Originaltitel Eleanor Oliphant Is Completely Fine
Erschienen 24. April 2017
Ebook 529 Seiten
Verlag Bastei Lübbe
ISBN 978-3-431-03978-8
Preis 15,99 € (Ebook) / 20,00 € (Taschenbuch)

Inhalt

Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.

Bild- und Textquelle: Bastei Lübbe

Cover

Wow, das Cover ist definitiv der Wahnsinn! Nicht nur passt es wunderbar zum Buch, sondern ist auch noch außerordentlich schön. Perfekt ausgewählt und perfekt gestaltet, finde ich.

Meine Meinung

Wie fange ich hier nur an. Ich bin etwas zwiegespalten, was dieses Buch betrifft, daher kann es durchaus sein, das meine beiden Meinungen hier etwas miteinander streiten. Fangen wir mit den positiven Dingen an.
Eleanor traut sich wirklich was. Sie geht ihren Weg, ohne Rücksicht auf Verluste. Soziale Interaktionen mit Kollegen sind ihr ein Graus, eigentlich alles, was mit ihrern Kollegen oder anderen Menschen zu tun hat. Es ist erfrischend, wie sie völlig ungefiltert das sagt, was sie denkt.

Als sie auf einem Konzert das erste Mal dem tollen Sänger einer Band lauscht, verliebt sie sich augenblicklich in ihn. Darauf hin versucht Eleanor alles mögliche, um sich der Gesellschaft anzupassen. Das ihr dies nicht gelingt, drüfte bereits beim lesen des Klapptextes klar sein.

Raymond, der erste und einzige Freund, den Eleanor bekommt, ist wirklich ein sehr netter Mensch. Nicht jeder hätte so viel Geduld mit ihr, was wahrscheinlich auch der Grund ihrer Einsamkeit ist. Er ist meine persönliche Lieblingsfigur.

Aufgeteilt war das Buch in „Gute Tage“, „Schlechte Tage“ und „Bessere Tage“. Eine sehr gute Idee wie ich finde, leider wurde sie nicht wirklich gut umgesetzt. Die „Guten Tage“ nehmen mehr als die Hälfte des Buches ein und plätschern so vor sich hin. Man begleitet Eleanor auf ihrem Arbeitsalltag und das sehr, sehr, sehr oft. Irgendwann dürfte jedem klar sein, dass sie einsam ist. Doch selbst nach dieser Erkenntnis, wiederholt die Autorin es immer und immer wieder. Gerade der Anfang des Buches ist mir sehr schwer gefallen und ich weiß ehrlich nicht, wie ich es geschafft habe, das zu überwinden, denn eigentlich bin ich nicht mehr so geduldig. Es zieht sich alles unglaublich und vor allem unnötig in die Länge. Hätte die Autorin Teile aus der zweiten Hälfte vielleicht weiter nach vorne gezogen oder die ganze Aufteilung etwas anders gestaltet, wäre das Buch bestimmt schöner gewesen. So wird immer wieder das Gleiche erzählt und das ungefähr dreihundert Seiten lang.

Umso heftiger ist dann der Umschwung zu den „Schlechten Tagen“, der nicht völlig überraschend, dafür überraschend extrem kommt. Hier versucht die Autorin eine gewaltige emotionale Tiefe zu erschaffen und scheitert leider. Alles in allem bleibt Eleanor trotzdem eine erstaunlich oberflächliche Figur, was ich persönlich sehr schade finde. Potential ist auf jeden Fall da und die Idee ist ebenfalls gut, nur die Umsetzung ist der Autorin leider nicht gelungen.

Die letzten vielleicht 100 bis 150 Seiten hingegen sind wieder sehr gut und fesseln mich als Leserin auch. Man erfährt endlich viel mehr über Eleanor, auch wenn immer noch einiges unlogisch und unglaubwürdig bleibt. Leider schaffen es diese Seiten auch nicht mehr, die Längen am Anfang auszugleichen. Ich frage mich eher, warum man da nicht einiges weggekürzt hat, denn das Buch ist wirklich lang.

Meine Erwartungen wurden wirklich enttäuscht. Ich hatte nicht gehofft, mein neues Lieblingsbuch in Händen zu halten, aber zumindest eine Geschichte die mich berührt und bewegt. Beides ist leider völlig außenvor geblieben.
Die Geschicht um Eleanor Oliphant erhält von mir zwei Monster.

Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

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