Taking Chances – Im Herzen bei dir

taking-chancesInfos zum Buch

von Molly McAdams
Originaltitel Taking Chances
Erschienen 11. Januar 2016
Ebook 448 Seiten
Verlag Mira Taschenbuch
ISBN 978-3-956-49518-2
Preis 3,99 € (Ebook) / 9,99 € (Taschenbuch)

Inhalt

Die schönste Love-Story seit „Love Story“!

Harper wächst unter dem strengen Regiment ihres Marine-Dads auf. Sie zählt die Tage, bis sie aufs College gehen kann, um endlich die Dinge zu erleben, von denen sie bislang nur gehört hat: Flirten, Daten, Küssen. Gleich auf der ersten Party trifft sie Chase, der all das ist, was ihr Vater hasst: sexy, wild, verwegen. Nur mühsam widersteht Harper seinem Bad-Boy-Charme. Obwohl sie sich kurz darauf in seinen attraktiven Mitbewohner Brandon verliebt, scheint ihr Körper jedes Mal vor Verlangen zu vibrieren, sobald Chase in der Nähe ist. Sie ist überglücklich mit Brandon, aber auch ihre Gefühle für Chase werden immer stärker. Ein unvergessliches Wochenende lang gibt sie der Versuchung nach – und plötzlich ist nichts mehr, wie es war …
Quelle: Goodreads

Cover

Was soll ich dazu noch sagen … je länger ich es mir ansehen, desto zusammengeschnittener wirkt es. Abgesehen davon haben die drei Menschen auf dem Cover auch nur fünf Beine …. fünf!!! Um es kurz zu sagen, das Cover gefällt mir absolut nicht.

Meine Meinung

Gleich vorne weg: Wenn ihr das Buch noch lesen wollt, lest diese Review nicht, denn ich werde gleich ohne Ende Spoilern!

Als Protagonistin haben wir bei Taking Chances Harper, die tatsächlich alle Chance nutzt, die sich ihr bieten. Bereits auf der ersten Seite hat sie sich mit mehr als nur etwas unüberlegten Aussagen selbst ins Aus katapultiert. Da sie, wie sie selbst sagt, keine weiblichen Freunde hat, sondern nur männliche, freut sie sich umso mehr, als ihre neue Mitbewohnerin Bree, sie mit zu einer Party nimmt. Dort trifft sie das erste Mal auf Chace und Brandon. Unsere beiden Lover.

„Na ja, wenigstens hält mich niemand für ’ne Schlampe.“

Das entlockte ihr ein Lächeln, das zu einem leisen Lachen wurde. „Du bist so ein positiver Mensch, für den die Gläser immer halb voll sind, was?“
– Taking Chances ca. S 35

Es fällt mir an dieser Stelle leicht, Harper zu wiedersprechen, die einzig wirkliche Schlampe im Buch ist tatsächlich sie! Nicht nur das sie ihren Freund betrügt, nein, sie schwankt ständig zwischen zwei Jungs hin und her und versichert, das sie beide doch so sehr lieben würde. Dazwischen reitet sie, beinahe wortwörtlich, ständig auf ihrer Jungfräulichkeit herum. Neben dem penetranten Slutshaming das sie betreibt, ist sie natürlich soooooo bescheiden … NICHT! Ich hasse es, wenn in Büchern ständig die anderen Mädchen runter gemacht werden, es wird über sie abgelästert und sie werden regelrecht fertig gemacht, nur weil sie eben auch in den männlichen Protagonisten verknallt sind (natürlich sind sie das nicht wirklich, wie jeder weis … bla bla bla). Die weibliche Hauptfigur bleibt natürlich die Heilige. In einem Buch, in dem es eigentlich um Herr der Ringe und die Darstellung von Arwen ging, habe ich gelesen, das es sowohl beim Film, als auch bei Büchern, nur zwei Rollen für eine Frau gibt: Die Heilige und die Hure. Ihr könnt euch an dieser Stelle sicherlich denken, was davon die weibliche Hauptfigur in Taking Chances war.

Doch damit hört es noch lange nicht auf. Harper ist natürlich auch so selbstlos und wunderschön. Dessen ist sie sich auch sehr gut bewusst, wie folgendes Zitat zeigt:

„Glücklicherweise hatte ich die Zähne meiner Mutter geerbt, sie sahen von Natur aus so aus, als hätte ich jahrelang eine Spange getragen.“
-Taking Chances ca. S. 40

Als sehr ausdauernde Spangen trägern fällt mir dazu nur noch wenig ein … Spätestens zu diesem Zeitpunkt habe ich Harper verabscheut. Sie ist nicht nur eine furchtbare Person, sondern eingebildet, sehr arrogant, überheblich und sie misst auf jeden Fall mit zweierlei Maßen.

Ein bisschen weird fand ich auch die Tatsache, dass sie die Eltern von Bree und Chase Mom und Dad nannte und alle sofort beste Freunde waren. Mir würde es nicht im Traum einfallen, die Mutter meiner Freundin so zu nennen und mit ihr über Sex und was weiß ich was zu reden. Personal Space wenn ich bitten darf!

Gut, nachdem allein der Text über Harper länger ist, als meine meisten Rezensionen will ich nun auf noch ein bisschen auf Brandon und Chase eingehen.

Fangen wir mit Chase unserem allseits geliebten Bad Boy an. Nur weil ein Typ ein paar Tattoos hat und sich benimmt, als wäre er niemals erzogen worden, muss er noch kein Bad Boy sein. Obwohl Chase noch die sympathischte Figur war, fand ich ihn einfach nur nervig. Wie alle Männer in diesem Buch, denkt er nur mit seinem besten Stück und das auch nicht besonders viel.

„In der ersten Nacht ist mir schon klar geworden, dass ich nie wieder einem Mädchen wie dir begegnen würde. Aber du verdienst jemanden, der genauso lange auf dich gewartet hat wie du auf ihn. Und egal, wie sehr ich mir wünsche, dieser Jemand für dich zu sein, ich kann es nicht, Harper.“
– Taking Chances ca. Seite 70

Das sagt Chace zu Harper, nachdem er mit ihr geschlafen hat. Zu diesem Zeitpunkt ist sie aber mit Brandon zusammen und hat, wenn ich mich recht erinnere, ein paar Seiten zu vor noch rum geheult, weil ein Mädchen Brandon Nacktbilder geschickt hat. Hier wären wir wieder bei den zweirlei Maßen.
Abgesehen davon, fand ich Chace ab dem Zeitpunkt nur noch nervig und einen Waschlappen. Innerhalb von fünf Minuten ist nämlich Harper dann schwanger und die beiden wollen Heiraten und ein Haus kaufen. Woher sie das Geld dazu haben, frage ich mich immer noch. Denn ein kleines Stadthaus kriegt man in Amerika auch nicht für nen Apfel und ein Ei. Aber lassen wir das, denn es wird noch skuriller.

Brandon, der erste Typ mit dem Harper zusammen ist, wird abserviert, nach dem sie sich hat schwängern lassen. Bei ihm hatte ich relativ schnell jede Hoffnung verloren, weil er ständig nur davon redet, wie verliebt er doch ist und wie schön Harper doch ist und alles tut, um ihre Selbstbeweihräucherung noch zu verstärken. Das er aber mit illegalen Kämpfen sein Geld verdient, macht ihn trotzdem nicht zum schlechten Kerl, weil Harper ist ja mit lauter Soldaten aufgewachsen, sie kennt das ja nicht anders. *würg* Was fand ich die zwei Typen schlimm.

So und wer bis hier her gelesen hat sollte aufpassen, denn jetzt kommt meiner Meinung nach der größte Spoiler!

Kurz nachdem Harper erfahren hat, das Chace sie angeblich betrogen hat, stirbt dieser bei einem schweren Autounfall. Mein einziger Gedanke war nur: Gott sei dank, so muss sie sich wenigstens nicht entscheiden. Wer jetzt allerdings denkt, Harper zergeht in Trauer, hat sich gewaltig getäuscht. Nachdem sogar Chace Mutter und seine Schwester ihr gesagt haben, sie soll unbedingt wieder mit Brandon zusammen kommen, tut sie dies schließlich auch. Ich meine … welche Mutter sagt so etwas? Ich fand diese ganze Familien konstellation ja von Anfang an sehr merkwürdig.
Ab da geht es dann schnell. Es gibt praktisch ein Friede Freude Eierkuchen Ende und alles dreht sich nur noch darum wie toll Harper ist.

Abgesehen davon, das die Geschichte ungefähr so klingt, wie die Fanfictions, die ich mit 14 geschrieben habe, mangelt es der Autorin an Einfallsreichtum und an Feingefühl. Taking Chances erfüllt alle Klischees die es im Young Adult Bereich nur gibt. Es suggeriert auch noch, das es voll okay ist, sein Studium zu schmeißen nur weil man zu dämlich war, sich mit Verhütung zu beschäfftigen. Harper sagt nämlich auch noch, das Chace ohne Verhütung mit ihr schlafen soll, obwohl er sogar daran gedacht hätte. Ich meine, was vermittelt das denn bitte für ein Bild? Kein Gutes, würde ich meinen.

Das meiste in dieser Geschichte klingt völlig an den Haaren herbeigezogen und einen wirklich Plot gibt es nicht. Wie so etwas verlegt werden konnte, werde ich wohl nie verstehen. In der Hoffnung genau so berühmt zu werden, krame ich jetzt meine alten Fanfictions hervor und verschicke die an amerikanische Verlage, denn manchmal hab ich das Gefühl, die drucken alles ohne Filter.

Wer bis hier hin durch gehalten hat: Herzlichen Glückwunsch!! Wir haben es überstanden!
Wie zu erwarten erhält dieses Buch ein Monstern, auch wenn ich mir gerade wünschte, ich hätte ein Bild, auf dem alle Monster ausgegraut sind …
Lest dieses Buch nicht, es ist nur verschwendete Lebensenergie. Ich kann selbst jetzt nicht nachvollziehen, welcher Wahnsinn mich dazu getrieben hat, dieses Buch zu lesen, denn ich HASSE Dreiecksbeziehungen!

Monster_1v5

Advertisements

2 Gedanken zu “Taking Chances – Im Herzen bei dir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s