Weltasche – Über das Gift an Quallenmembranen 2.1

Infos zum BuchWeltasche

von Marie Graßhoff
Kernstaub 2.1
Erschienen 30. September 2016
Paperback 756Seite
Verlag Drachenmond
ISBN 978-3-959-91702-5
Preis 4,99 € (Ebook) / 19,90 € (Taschenbuch)

Inhalt

Die Erde 2639. Auf der Suche nach ihrer Qualle durchquert Mara gefallene Kontinente und tote Städte.

Gemeinsam mit der Welt ist sie an ihre Grenzen geraten. Doch während sie noch um ihren Begleiter trauert, droht ihr und dem System bereits eine weitere Gefahr: Ihre Anwesenheit hat einen alten Gott geweckt, der das Gleichgewicht der Dimensionen aus den Fugen treibt.

Gebrochen vom Geist der Zeit, versucht die junge Frau, eine Welt zu retten, die ihr Recht auf Rettung schon vor Langem verspielt hat. Eine Welt, die schon immer ihren Tod wollte.

Wird es ihr gelingen? Oder wird die Zweiteilung des Universums am Ende auch sie zerbrechen?

Cover

Liebe! Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen, denn ich liebe dieses Cover. Mittlerweile gefällt es mir sogar besser, als das von Kernstaub. Die Farben, das All im Hintergrund, Mara im Vordergrund und gerade hab ich sogar eine Katze darauf entdeckt. Einfach genial!

Meine Meinung

Heute wollen wir fallen, damit wir keine Angst vor dem Morgen haben müssen. Heute wollen wir sterben, um nicht das Leid der Zukunft als Last auf unseren Schultern zu erdulden.
– Weltasche 1 – Kapitel 11

Was soll man sagen, wenn Marie solche Sätze in diese Welt wirft? Mich macht ihr Schreibstil allein schon regelmäßig sprachlos. Weltasche ist nicht immer umbedingt einfach zu lesen, was an Maries außergewöhnlichen Satzkonstellationen liegt, die sehr oft mehrere Zeilen umfassen. Man muss es schon genau lesen, um alles mitzubekommen, um jede Nuance ihrer Handlung zu erfassen. Für einige Leser könnte das etwas schwierig werden, dennoch zeichnet gerade das Marie Graßhoff aus. Ich könnte stundenlang von ihrem Schreibstil schwärmen, denn er ist einfach einzigartig.

Immer dieselben Seelen auf sich überschneidenden Bahnen. Und A’en sitzt wie ein trauriger Gott in all dem Chaos, das ihn langsam abträgt.
– Weltasche 1 – Kapitel 15

In Weltasche geht es hauptsächlich darum A’en, oder auch Juan, wieder zu finden. Mara setzt alles daran, quält und foltert sich beinahe selbst, nur um zu Juan zu gelangen und ihn zu retten. War mir Mara am Anfang von Kernstaub noch zu schwach und nachgiebig, hat sie jetzt an Stärke gewonnen, die ich ihr gar nicht zugetraut hätte und was mich extrem erstaunt hat. Sie ist ein so toller Charakter geworden und ich mochte sie mit jeder Seite mehr. Ihr Schicksal bewegt mich und ich wünsche mir so sehr, ihr helfen zu können, sie irgendwie unterstützen zu können.

Juan selbst tritt ja nur als Qualle in Erscheinung. Es gibt noch einen neuen Handlungsstrang, der mich extrem überrascht hat, um nicht zu sagen, völlig unvorbereitet getroffen.

Dann haben wir da auch noch Glen, meinen Glen, den ich so sehr liebe. Während ich Weltasche in Rekordzeit verschlungen habe, hab ich ein bisschen mit Marie geschrieben und sie hat mir verraten, dass es tatsächlich Leser gibt, die Glen nicht mögen. Das läge zum einen daran, dass sie ihn nicht verstehen, weil er zu verschlossen ist und das es sogar Leser gab, die ihn gehasst haben oder zu sexistisch fanden.

Marie meinte: Gerade die Kosenamen Kleines und Schätzchen wären Glens kläglicher Versuch, eine emotionale Bindung herzustellen.

Genau so sehe ich das auch. Ich bin selbst ein Mensch, der überhaupt nicht gut darin ist, mit anderen Menschen zu sprechen oder mich ihnen zu nähern. Deshalb habe ich mich sofort in Glen widererkannt. Glen ist nicht nur meine Lieblingsfigur aus Kernstaub, er ist der Geschichtenerzähler, er hat Mara gerettet und hilft ihr wo er kann. Er steht ihr bei und unterstützt sie. Glen ist die Person, die alle Fäden in der Hand hält, für mich läuft alles bei ihm zusammen. Nicht nur ist er für die Geschichte sehr wichtig, sondern auch für Mara als Bezugsperson. Gerade in Zeiten, in denen Juan nicht da sein kann.

Neu hinzu kommt auch Leo. Sie ist Theias Tochter. Bei den Beiden gab es auch noch mehr Überraschungen, als ich zu Beginn des Buches gedacht hätte. Marie hat mich praktisch am laufenden Band verblüfft und ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Eigentlich wollte ich Kernstaub noch einmal lesen, ehe ich mir Weltasche vornehme, doch das hat jetzt nicht mehr geklappt. Zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten, weil es ja nun doch schon eine ganze Weile her ist, das ich den ersten Band gelesen hab (ziemlich genau ein Jahr). Wenn man den Anfang dann geschafft hat, ist man extrem schnell in der Geschichte. Die ersten Kapitel aus den neuen Handlungssträngen fand ich ein wenig verwirrend, aber auch das legt sich nach kurzer Zeit.

Haben wir dir je von der Geduld der Dunkelheit erzählt? Sie ist der beständigste und der ausdauerndste Zustand des Universums.
– Weltasche 1 – Kapitel 17

Mit Weltasche hat Marie eine wahrlich großartige Fortsetzung geschaffen. Die Geschichte überrascht mit einer Größe und Tiefe, die ich selbst nach Kernstaub nicht erwartet hätte. Marie macht mich mit ihrem neusten Werk erneut sprach- und hilflos. Ich will in diese Welt fallen und Teil davon sein, egal wie dunkel sie ist. Zwischen Glen und Mara habe ich das Gefühl zuhause zu sein. Ich will durch die Himmelsstädte streifen, ebenso wie das kleine Paradis, das die Menschen am Erdboden geschaffen haben. Ich möchte die Meere voller Quallen sehen und dabei helfen, alles wieder ins Lot zu bringen, auch wenn das nicht einfach wird.

Eines ist auf jeden Fall klar: Ich kann keine 3 Jahre auf den nächsten Teil warten.

Ja. Nachdem Hunderte Menschen ihr Leben ließen, Familien auseinandergerissen wurden, Freunde zu Feinden wurden und die Welt verging, setzen sich die Machthaber an einen Tisch und beschließen Frieden. Einfach so. Dann ist es die Schwere, die die Seelen ergreift, wenn sie verstehen, dass all das für nichts geschah. Dass es all das nicht gegeben hätte, wenn man sich früher zusammengesetzt und gesprochen hätte.
Es ist die Schwere des Wissens, dass Krieg, egal, für was oder wen ausgefochten, immer vergebens sein wird. Und dass wir immer zu blind sein werden, um das zu sehen.
– Weltasche 1 – Kapitel 21

Anhand der Zitate begreift man die Gewaltigkeit dieses Werkes kaum. Marie spricht sicherlich nicht nur mir aus der Seele. Für mich ist sie eine Philosophin, die nicht immer verstanden wird. Das Kernstaub-Universum behandelt aktuelle Themen, die auch uns im hier und jetzt betreffen. Es mag Fiktion sein, doch vieles davon bringt zumindest mich zum Nachdenken. Gerade das letzte Zitat spricht mir aus dem Herzen.

Da mir mittlerweile tatsächlich die Worte ausgegangen sind, bekommt Marie an dieser Stelle noch ihre fünf Monster, die mehr als absehbar waren. Ich kann jedem nur empfehlen diese Reihe zu lesen. Für mich hat sie mein Leben ein klein wenig verändert.
Band 3 wird sehnsüchtigst erwartet!

Monster_5v5

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