All die verdammt perfekten Tage

Infos zum BuchAll die verdammt perfekten Tage

von Jennifer Niven
Originaltitel All the Bright Places
Erschienen 28. Dezember 2015
Paperback 400 Seite
Verlag Limes
ISBN 978-3-809-02657-0
Preis 11,99 € (Ebook) / 14,99 € (Taschenbuch)

Inhalt

Ein Mädchen lernt zu leben – von einem Jungen, der sterben will
Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

Cover

Mir gefällt das deutsche Cover wahnsinnig gut. Deshalb ist es mir auch ins Auge gestochen und ich musste es lesen. Es sieht einfach toll aus. Ich mag die Idee, dass Violet auf dem Mond sitzt und Finch dazu kommt.

Meine Meinung

Ich kann nicht versprechen, ob diese Rezension Spoiler frei wird, aber ich werde alle Stellen markieren, die Spoiler enthalten. Doch ich habe zu diesem Buch einfach zu viel zu sagen. Da ich es gerade eben erst zu Ende gelesen habe, kann es sein, dass ihr meine Gedanken beinahe ungefiltert zu lesen bekommt.

Die Geschichte von Finch und Violet beginnt bereits ziemlich aufregend. Beide treffen sich auf dem Glockenturm ihrer Schule und wollen sich mehr oder weniger in den Tod stürtzen. Eigentlich haben sie aber beide nicht wirklich den Wunsch verspürt sich umzubringen, sondern wollten nur wissen wie es sich anfühlt. Als Finch sich dann auch noch Violet für ein Schulprojekt aussucht, ist es mehr oder weniger für sie gelaufen.

Violet hat sich nach einem tragischen Unfall das Recht herausgenommen, mildernde Umstände einzufordern. In den meisten Fällen musste sie gar keine Arbeiten und Hausaufgaben abgeben oder eben nur das wozu sie Lust hat. Sie sieht auch selbst ein, dass sie diese mildernden Umstände vielleicht etwas überstrapaziert, aber dennoch kann sie einfach noch nicht wieder funktionieren. Mit Finch jedoch ist es etwas anderes. Er zwingt sie dazu, sich zu öffnen und handelt Deals mit ihr aus. Manchmal erzählt er von sich und seinem ziemlich bescheidenen Leben, an anderen Tagen fragt er sie aus. Langsam aber sicher verändert Violet sich dadurch und kann das tragische Ereignis in ihrer Vergangenheit verarbeiten.

Finch wird in der Schule oft als Freak bezeichnet. Mit allen Mitteln versucht er sich dagegen zu wehren, in eine Schublade gesteckt zu werden. Bis zum Schluss, ist dies für ihn das schlimmste was passieren kann. Ich habe mich die meiste Zeit gefragt woher das kam. Denn natürlich kann ich verstehen, dass man ungern in eine Schublade gesteckt wird, aber welcher Mensch tut das bei anderen nicht. Mir hat es sehr gut gefallen, zu lesen wie die beiden sich zu einander hin entwickelt haben. Wie Finch Violet gezeigt hat, wieder zu leben und ihr den Mut und die Kraft gegeben hat, weiter zu machen. Obwohl Violet sich ihm gegenüber nicht immer korrekt verhalten hat und gerade zu Beginn der Geschichte Probleme damit hatte, ihn vor den „coolen Kids“ der Schule zu akzeptieren wie er ist. Doch sie hat sich dank ihm darin gebessert.

Achtung jetzt kommt ein wirklich heftiger Spoiler! Lest das nur, wenn ihr die Geschichte nicht mehr lesen wollt oder schon gelesen habt!

Als es dann langsam aufs Ende zu ging, war ich selbst genau wie Violet, völlig blind dem Gegenüber, was Finch durch gemacht hat, obwohl ich seine Sicht der Dinge kenne. Das Ende finde ich furchtbar und auch noch das sie ihn gefunden hat, hat mich sehr erschüttert. Ich kann Violet sehr gut verstehen. Wahrscheinlich wäre ich genau so wütend gewesen wie sie. Denn obwohl er es war, der ihr gezeigt zu leben, hat es nicht gerreicht um selbst weiter durch zu halten.

Spätestens als die Worte bipolare Störung gefallen sind, hätte es mich auf das Ende vorbereiten sollen. Bereits vor ein paar Monaten habe ich das Buch Tanz auf Glas gelesen, in dem es um einen Mann und seine Frau geht. Er leidet an einer bipolaren Störung. Der Schlaf, den Finch beschreibet, könnte eine Form dieser Störung sein und tatsächlich habe ich auch daran gedacht, als ich es zum ersten Mal gelesen hatte. Doch im Laufe des Buches ging dieser Gedanke verloren, da ich mich mit dieser Störung in keinster Weise gut genug auskenne um darüber zu Urteilen. Doch als Finchs psychatrischer Betreuer es anspricht, war es für mich fast klar. Finch jedoch ist völlig entsetzt und weigert sich das zu akzeptieren. Ich persönlich glaube, dass diese Tatsache es ihm leichter gemacht hat zu gehen. Er wollte nicht in diese Schublade gehören.
Alles in allem hat mich das Buch begeistert und verzaubert. Es hat mich berührt und mich bewegt. Ich bin sehr froh es gelesen zu haben. Vielleicht darf man keine zu hohen Erwartungen haben, denn tatäschlich ist das Buch eine Erzählung all der verdammt perfekten Tage, die Finch und Violet zusammen erleben. Daher finde ich den Titel mehr als nur passend. Auch wenn mich das Buch nicht komplett überzeugt hat, kann ich es guten Gewissens weiterempfehlen. Es ist ein wirklich tolles Buch und ich vergebe gerne vier von fünf Monstern.

Monster_4v5

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