Alles steht Kopf

Kinostart: 1. Oktober 2015
Dauer: ca. 94 Minuten

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Besetzung

Regisseur: Pete Docter
Drehbuch: Pete Docter, Meg LeFauve, Josh Cooley

Synchronsprecher:
Freude – Nana Spier
Kummer – Philine Peters-Arnolds
Angst – Olaf Schubert
Wut – Hans Joachim Heist
Ekel – Tanya Kahana
Riley – Vivien Gilbert
Mom – Bettina Zimmermann
Dad – Kai Wiesinger

Trailer

Inhalt

Die elfjährige Riley (Stimme im Original: Kaitlyn Dias) wird plötzlich aus ihrem bisherigen Leben im mittleren Westen gerissen, als ihr Vater einen neuen Job annimmt. Die Familie zieht nach San Francisco und die Gefühle im Kontrollzentrum von Rileys Verstand haben mächtig zu tun: Freude (Amy Poehler) versucht, das Positive herauszustellen, doch Angst (Bill Hader), Wut (Lewis Black), Ekel (Mindy Kaling) und Traurigkeit (Phyllis Smith) bekommen immer mehr die Überhand. Die Gefühle sind sich uneins darüber, wie sie das Mädchen am besten durch den veränderten Alltag navigieren. Als sich Freude und Traurigkeit dann auch noch verlaufen, müssen sie schnell ins Kontrollzentrum zurückfinden, sonst könnte Riley eine große Dummheit begehen. Bald treffen die beiden verirrten Gefühle Rileys imaginären Freund Bing Bong (Richard Kind) und der hat noch eine Ladung guter Laune im Gepäck. Aber der Weg durch Träume und Gedanken zurück in die Zentrale ist lang und voller Hindernisse…

Meine Meinung

Das vorherrschende Gefühl während des Filmes war: Oh mein Gott ist das alles niedlich!!!
Ich hab mich wahnsinnig auf diesen Film gefreut. Bereits die Trailer sahen schon so unfassbar süß aus.

Riley zieht zusammen mit ihrer Familie nach San Francisco. Ab diesem Punkt geht alles Drunter und Drüber. Der Umzug ist nicht nur wegen der neuen und auch fremden Umgebung schwierig. Zu all dem kommt auch noch hinzu, dass Kummer und Freude ins Langzeitgedächtnis katapultiert werden. Dort gehören die fünf Gefühle eigentlich nicht hin, also machen sich die beiden mehr (Freude) oder weniger (Kummer) motiviert auf den Weg zurück. Der Weg gestaltet sich schwieriger als gedacht und beide müssen mit vielen Hindernissen kämpfen…

Ich habe bereits vor einigen Wochen einen Beitrag von Hekabe auf ihrem Blog gelesen der mir sehr gut gefallen hat. Sie hat dort einige Punkte aufgezählt, die mir auch aufgefallen sind.

Wie alle Pixarfilme ist auch dieser unglaublich bunt und freundlich. Total niedlich fand ich den Gedanken, die Figuren in einer Farbe darzustellen. Auch die Idee mit den „Gedankenkugeln“ fand ich ziemlich gut und die Persönlichkeitsinseln haben mir auch sehr gut gefallen. Diese stellen die wichtigsten Teile von Rileys Persönlichkeit da und werden immer aktiviert, wenn sie etwas tut, dass sie mit diesen Persönlichkeitsinseln verbindet.

Allerdings muss ich sagen, dass es in „Alles steht Kopf“ mehr Punkte gaben, die mich gestört haben.
Zu Beginn muss ich gleich sagen, dass man beinahe ausschließlich in Rileys Kopf ist. Bis auf die Szene im Trailer gibt es während des Filmes keine weitere Szene, in der man in einem fremden Kopf sitzt. Ich für meinen Teil fand das sehr schade, da gerade dieser Gedanke den Film so reizvoll gemacht hat. Natürlich kann ich verstehen, dass Riley die Hauptfigur ist, trotzdem wäre es hin und wieder ganz lustig gewesen. Wahrscheinlich könnte ich mir Stunden lang kleine Videos ansehen, wo gezeigt wird, wie die Gefühle von verschiedenen Leuten auf verschiedene Situationen reagieren.

Erschwerend kommt für mich noch hinzu, dass der Film ein 94 Minuten andauerndes Klischee ist. Der Verstand von Riley wird auf das Einfachste heruntergebrochen und trotz vieler Kleinigkeiten hatte ich manchmal das Gefühl, sie hätte überhaupt keine Persönlichkeit oder eben eine kaum ausgeprägte. Auch wenn sie ein Kind ist, hätte ich mir da mehr Kreativität gewünscht. Das viele Rosa hat mich ziemlich schockiert und abgeschreckt. Mir als Zuschauerin war schnell klar, dass hier Erwachsene am Werk waren, die alles in einen Topf geworfen haben, was einem elfjährigen Mädchen zu gefallen hat. Dadurch wirkt Riley fast schon langweilig und ziemlich eindimensional.

Abschließend möchte ich noch etwas über die einzelnen Gefühle erzählen:
Angst, Ekel und Wut haben während der Abwesenheit von Kummer und Freude versucht den „Laden“, also Riley, am Laufen zu halten. Sie sind katastrophal gescheitert. Für mich war es ziemlich lustig mit anzusehen, wie die drei Gefühle verzweifelt versucht haben Freude zu ersetzten. In meinen Augen haben sie den Film gerettet, denn es war eine schöne Abwechslung zu sehen, was für neue Katastrophen geschaffen wurden, während Kummer und Freude durchs Langzeitgedächtnis geirrt sind, auf dem Weg zurück zur Schaltzentrale.

Kummer ist einfach nur ein kleiner, blauer Trauerklos. Sie ist zwar mega süß und sehr niedlich, aber nicht wirklich aktiv. Meistens ist sie zu traurig, um überhaupt irgendetwas zu tun. Das macht sie einerseits sehr sympathisch, anderseits hat es mich beinahe wahnsinnig gemacht. Trotzdem war mir Kummer immer noch lieber als Freude. Kummer ist das Außenseitergefühl, denn es ist sozusagen „das schlechte Gefühl“. Warum Wut aber, im Gegensatz zu Kummer, komplett in die Gruppe integriert ist, blieb mir etwas schleierhaft, denn es ist ja auch ein eher negatives Gefühl.

Freude hingegen ist DAS Gefühl schlecht hin. Sie ist perfekt und überhaupt sollten alle Menschen ausschließlich Freude empfinden. Nach gut einer Stunde wurde das wirklich anstrengend und ich habe eigentlich auf den Moment gewartet, in dem Freude erkennt, das eben nicht jeder Mensch 24/7 Freude empfinden kann. Sie hat mich irgendwann wirklich genervt.

Eigentlich ist „Alles steht Kopf“ für kleine Kinder gedacht. Es sollte ein einfacher, bunter und lustiger Animationsfilm werden. Doch irgendwie ist das dieses Mal nicht gelungen. Für kleine Kinder ist er nicht wirklich zu verstehen, da diese eine zu kurze „Aufmerksamkeitsspanne“ haben und vielleicht die Gesamtheit des Filmes nicht unbedingt verstehen. Auch fehlt dem Film der Charme, der die Pixarfilme normalerweise auch für Erwachsene attraktiv macht. Für meinen Geschmack habe ich mich doch zu oft gelangweilt.

Leider kann ich nur sagen, dass der Film ziemlich enttäuschend war. Obwohl er nicht nur schlecht ist, hat er mich nicht überzeugt und es ist definitiv kein Film, den ich mir auf DVD kaufen werde.

Pictured (L-R): Sadness, Fear, Anger, Disgust, Joy. ©2015 Disney•Pixar. All Rights Reserved.

Pictured (L-R): Sadness, Fear, Anger, Disgust, Joy. ©2015 Disney•Pixar. All Rights Reserved.

Wertung (2/5)

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