Das achte Leben

Das achte Leben

von Nino Haratischwili

Erschienen 01. September 2014
Ebook 1280 Seiten
Verlag Frankfurter Verlagsanstalt
ISBN 978-3-627-00208-4
Preis 24,99 € (E-Book) / Gebundene Ausgabe (34,00 €)

Inhalt

Georgien, 1900: Mit der Geburt Stasias, Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten, beginnt dieses berauschende Opus über sechs Generationen. Stasia wächst in der wohlhabenden Oberschicht auf und heiratet jung den Weißgardisten Simon Jaschi, der am Vorabend der Oktoberrevolution nach Petrograd versetzt wird, weit weg von seiner Frau. Als Stalin an die Macht kommt, sucht Stasia mit ihren beiden Kindern Kitty und Kostja in Tbilissi Schutz bei ihrer Schwester Christine, die bekannt ist für ihre atemberaubende Schönheit. Doch als der Geheimdienstler Lawrenti Beria auf sie aufmerksam wird, hat das fatale Folgen …
Deutschland, 2006: Nach dem Fall der Mauer und der Auflösung der UdSSR herrscht in Georgien Bürgerkrieg. Niza, Stasias hochintelligente Urenkelin, hat mit ihrer Familie gebrochen und ist nach Berlin ausgewandert. Als ihre zwölfjährige Nichte Brilka nach einer Reise in den Westen nicht mehr nach Tbilissi zurückkehren möchte, spürt Niza sie auf. Ihr wird sie die ganze Geschichte erzählen: von Stasia, die still den Zeiten trotzt, von Christine, die für ihre Schönheit einen hohen Preis zahlt, von Kitty, der alles genommen wird und die doch in London eine Stimme findet, von Kostja, der den Verlockungen der Macht verfällt und die Geschicke seiner Familie lenkt, von Kostjas rebellischer Tochter Elene und deren Töchtern Daria und Niza und von der Heißen Schokolade nach der Geheimrezeptur des Schokoladenfabrikanten, die für sechs Generationen Rettung und Unglück zugleich bereithält. Das achte Leben (Für Brilka) ist ein epochales Werk der auf Deutsch schreibenden, aus Georgien stammenden Autorin Nino Haratischwili. Ein Epos mit klassischer Wucht und großer Welthaltigkeit, ein mitreißender Familienroman, der mit hoher Emotionalität über die Spanne des 20. Jahrhunderts bildhaft und eindringlich, dabei zärtlich und fantasievoll acht außergewöhnliche Schicksale in die georgisch-russischen Kriegs- und Revolutionswirren einbindet.

Cover

Ein sehr schönes Cover, wie ich finde. Es verrät nicht zu viel über das Buch, ist aber trotzdem ein Hingucker. Ich mag die Kontraste zwischen dem Rot, Weiß und Blau und finde die Farbgebung sehr passend für das Buch. Eigentlich Schade, dass ich es mir als E-Book gekauft habe und nicht fürs Regal.

Meine Meinung

„Das achte Leben“ hinterlässt bei mir sehr gemischte Gefühle. Auf der einen Seite ist es ein unglaublich tolles Buch und ich bin sehr fasziniert von der Geschichte, die erzählt wird. Die unglaubliche Ausdauer der Autorin ist bemerkenswert. Aufgeteilt wird „Das achte Leben“ in acht Bücher, die jeweils die Geschichte eines Familienmitglieds herauskristallisieren und genauer erzählen. Mir hat diese Aufteilung sehr gut gefallen. Allerdings wird natürlich jede Geschichte auch über ihr Buch hinaus weiter gesponnen.

Alles fängt mit Stasia an. Sie wird 1900 geboren, als Tochter eines reichen Schokoladenfabrikanten. Stasia überlebt unglaublich viel. Immer wieder habe ich bewundernd den Kopf geschüttelt bei all den Strapazen, die sie für ihre Familie auf sich nimmt. Sie ist eine wahre Kämpferin und gibt niemals etwas auf.

Christine ist Stasias Halbschwester, soweit ich das noch richtig im Kopf habe. Sie ist unglaublich schön und heiratet einen sehr einflussreichen Mann. Doch auch Christine hat kein leichtes Schicksal. Während Stasia glaubt, ihre Schwester würde ein schönes Leben führen, trägt diese ihre Kämpfe auf ihre eigene Weise aus. Zu Beginn des Buches konnte ich Christine überhaupt nicht ausstehen, doch umso weiter die Geschichte fortschritt, desto lieber gewann ich die schöne Frau. Auch sie hat Bemerkenswertes geleistet und schafft es zusammen mit Stasia die Familie lange zusammen zuhalten.

Ich möchte nicht zu viel von der Geschichte verraten, denn sie ist unglaublich spannend und sehr fesselnd. Daher nur so viel: Die anderen Bücher handeln von Nachfahren von Stasia.
Diese Familie ist in Georgien und auch Russland sehr mächtig. Immer wieder schaffen sie es ihr Schicksal zum besseren zu wenden, meist zahlen sie dafür aber einen hohen Preis.

Es gab allerdings auch Phasen in dem Buch, da musste ich es einfach weglegen. Nicht alles ist immer leicht zu lesen und am Anfang musste ich bei manchen Schicksalsschlägen schwer schlucken. Doch leider hat sich vieles im Laufe der Geschichte wiederholt und wurde dadurch fast weniger tragisch, weil ich es stellenweise schon gewohnt war und beinahe erwartet haben. Trotzdem ist es ein sehr spannendes und fesselndes Buch. Ich fand es interessant, den Zweiten Weltkrieg aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Auch die politischen Entwicklungen in Georgien und Russland fand ich sowohl verwirrend, aber auch ziemlich spannend.

Nino Haratischwili hat mich mit ihrem Familienepos gefesselt, schockiert, verzaubert und in eine andere Welt gebracht, die ich so niemals gesehen oder wahrgenommen hätte. Ich bin sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben. Man braucht ein gewisses Durchhaltevermögen, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

Wertung (4/5)

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