[Musik] Vans of the Wall Music Night in Lindau am 22. November 2013

Veranstallter: Club Vaudeville
Es war verdammt kalt! So, das ist schon mal der erste Punkt, der mir zu dem Thema einfällt.

Zusammen mit einer Freundin bin ich Freitagmittag nach Lindau gefahren, mit dem Zug. Wir haben uns für die Nacht ein Hotelzimmer gebucht, um nicht früher gehen zu müssen.
Das Wetter war wirklich nicht so toll und es war verdammt kalt. Trotzdem sind wir auf eine Erkundungstour durch die Stadt. Hier muss ich kurz einfügen, das Lindau wirklich sehr schön ist, vor allem direkt die Insel mit den tollen, zum Teil sehr alten, Häusern. Unser eigentlicher Plan war es, den Weg zur Halle zu erkunden, damit wir uns nachts nicht verlaufen würden, oder gar erst einmal stundenlang nach der Halle zu suchen, das wäre mein persönlicher Albtraum gewesen.

Nach dem Wir besagte Inselhalle gefunden hatten, begann ich bereits das erste Mal beinahe zu hyperventilieren. Man konnte durch ein Fenster in den Aufenthaltsraum sehen und dort saß komplett versammelt We came es Romans. Wegen dieser Band sind wir, ich für meinen Teil jedenfalls, überhaupt hergekommen.
Meine Freundin hat sich schon über mich lustig gemacht, denn sie selbst wurde von mir, mehr oder weniger gezwungen mit zu gehen.

Kurze Zeit später haben wir Schritte und Stimmen hinter uns gehört, wie in einem schlechten Horrorfilm natürlich in einer kleinen Gasse (davon gibt es sehr viele in Lindau). Hier folgte der Zweite, zum Glück verhinderte, Quietschanfall meinerseits. Andy und Dave, zusammen mit zwei anderen, gingen direkt hinter uns. Fragt mich nicht wie, auf jeden Fall habe ich es geschafft, in verständlichem Englisch um ein Foto zu bitten. Alle vier waren supernett und haben sich gleich um mich herum gestellt, während ich breit grinsend zwischen Andy und Dave stand. Nachdem ich es geschafft hatte nicht in Ohnmacht zufallen, wechselten wir noch ein paar Worte, dann trennten sich unsere Wege und ich konnte das Quietschen nicht mehr unterdrücken. Diese fünf Minuten waren mein persönliches Highlight in den ganzen zwei Tagen.

Zurück zum eigentlichen Thema, dem Konzert. Frierend standen wir geschlagene zwei Stunden vor der Halle, weil ich Angst hatte, nicht weit genug nach vorne zu kommen. Diese Angst war völlig unbegründet, denn die meisten Leute kamen erst so zehn Minuten, bevor die Tür geöffnet wurde.

Endlich in der Halle, haben wir uns erst einmal einen Haken an der Garderobe gesichert und dann ein Shirt von We came as Romans gekauft. Nach dem Wir auch die Tüte an der Garderobe abgegeben hatten, drängelten wir uns charmant und vor allem ausversehen irgendwo in die Mitte der Schlange, die sich um einen Pfosten gespalten hatte.
Als dann endlich die Halle selbst geöffnet wurde, schafften wir es in die zweite Reihe, ziemlich mittig. Im Nachhinein, eine sehr dumme Idee.

Like Moths to Flames haben bereits eine viertel Stunde vor offiziellem Beginn der Veranstaltung mit dem Spielen begonnen und damit auch eine Tortur. Nicht dass die Band schlecht gewesen wäre, nein eigentlich waren die gar nicht so übel. Allerdings hat der Moshpit direkt hinter der zweiten Reihe angefangen und ich weiß gar nicht, wie viele Kerle ich bereits in der ersten halben Stunde im Rücken hängen hatte. Klar werden jetzt viele sagen, warum meckert und heult die da jetzt rum, das gehört sich so!
Wenn die Halle halb leer ist, dann kann man das doch auch weiter hinten machen oder nicht immer die ganzen Groupie-Mädchen über den Haufen rennen, da haben die Bands doch auch nix davon. Jedenfalls war es ziemlich nerv tötend und verdammt anstrengend. Mein Wunsch jemandem, die Nase zubrechen Wuchs von Minute zu Minute.

Die Band Like Moths to Flames hat eine gute halbe Stunde gespielt und das auch recht gut. Was ich sehr schade fand, dass wie so oft, die Mikros der Sänger verdammt leise war und man die kaum bis überhaupt nicht gehört hat, da kann sich der Typ auf der Bühne die Seele aus dem Leib schreien, wenn das Publikum und die Instrumente lauter sind, dann kommt da nicht mehr viel an. Dieses Problem ist mir allerdings schon öfter aufgefallen und ich frage mich seit geraumer Zeit, woran das wohl liegt.
In der Pause haben wir uns erst einmal hingesetzt, es hat auch nur fünf Sekunden gedauert, dann war die Fläche hinter uns fast leer. Das fand ich wirklich sehr beeindruckend.

Memphis May Fire waren als Nächstes dran. Auch sie haben wirklich gut gespielt, das muss man ihnen lassen. Ebenfalls war hier der Sänger viel zu leise. Was mir tierisch auf den Keks ging, waren seine Aufforderungen doch einen Circelpit zu machen. In diesem Moment hätte ich ihm am liebsten etwas sehr hartes an den Kopf geworfen. WARUM?! Mittlerweile waren übrigens auch wieder alle Körperteile aufgetaut und haben zum Teil gebrannt wie Feuer.
Während wir also versucht haben, die Musik so gut wie möglich zu genießen und nicht unter die Schuhe der „Meute“ zu kommen, verging die Zeit doch erstaunlich schnell.

Dann war es endlich so weit. We came as Romans waren an der Reihe. Erneut, wie schon nachmittags, verwandelte ich mich in einen kreischend Teenie. Doch ich muss ehrlich sagen, dass ich etwas enttäuscht war. Dave ist kaum gegen die Gitarren angekommen und Kyle hat sich stellen weise sehr quackig angehört. Irgendwas ist da wohl ordentlich schief gelaufen. Trotzdem haben sie eine super Show geliefert, die Leute hatten ihren Spaß, wie auch bei den vorherigen Bands schon. Doch zum ersten Mal gab es an diesem Abend Crowdsurfer. Ihr könnt euch sicher meine Begeisterung dafür vorstellen. Wie soll man bitte schön einen achtzig Kilo-Kerl über zwei Reihen Mädchen tragen? Das wäre eine weitere Frage, die dieser denkwürdige Abend aufgeworfen hat. Einige davon sind jedenfalls sehr unsanft auf dem Boden gelandet. Mein Mitleid hielt sich absolut in Grenzen.
Trotz all dem habe ich es geschafft diesen Teil zu genießen und Spaß zu haben.

Nach We came as Romans, sind wir erst einmal raus gegangen, um etwas zu essen und zu trinken. Das übrigens auch ein sehr großer Vorteil, die Veranstalter haben für massig Essen gesorgt. Da war selbst vor Parkway Drive noch einiges da. Ziemlich erschöpft saßen wir im Vorraum auf einem Tisch und haben die Menge beobachtet. Ich hatte den Eindruck, dass für die Meisten das Konzert bis jetzt ein voller Erfolg war.
Da ich persönlich kein sonderlicher Fan von Parkway Drive bin, haben wir uns den Anfang aus der Ferne angesehen und dann entschieden zu gehen. Der Sound war nicht besser als bei den anderen, und wenn ich Instrumentale hören will, dann such ich mir die, aber geh nicht auf ein Konzert, wo ich den Sänger schreien sehe, aber fast nichts höre.
Das ganze Gejammer klingt jetzt extrem Negativ und eigentlich war das nicht mein Plan. Jedoch war ich so dermaßen zerschunden, dass ich mich Samstag und Sonntag kaum bewegen konnte, ich will gar nicht wissen, wie es denen ging, die im Moshpit waren.

In meinen Augen war es die Schmerzen aber wert. Ich war zwar selten so angepisst während eines Konzertes, doch We came as Romans waren das wert, oder sind es auch immer noch. Zwar haben sie mir auf dem Summer Breeze dieses Jahr besser gefallen, allerdings stand ich da so weit hinten, dass sie selbst auf den Leinwänden sehr klein waren. Es war eine tolle Erfahrung und eine sehr lehrreiche noch dazu. Spaß hatte ich schon irgendwie und ein Hammer geiles Foto mit Andy und Dave. Ich strahle allein bei dem Gedanken daran noch immer wie eine Glühbirne.

Bands:

Like Moths to Flames
Memphis May Fire
We came as Romans
Parkway Drive

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s